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Dienstag, 17. Juli 2012

Hannes Stein denkt über den Atomkrieg nach

Freunde, immer noch bin ich im Stand-by-Modus, da es nichts konzeptionell Neues unter der Sonne bei den Einzigwahren Freunden Israels gibt. Mag sein, dass das das Schlimme ist, aber das lockt mich z.Z. nicht hinter dem Ofen heraus.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Hannes Stein - Sie wissen, das ist die schöne Seele, der sensible Philosoph bei den Einzigwahren Freunden Israels, Kostproben hier, hier und hier) - räsoniert über den Atomkrieg

Nukleare Abschreckung: Atomkriege kann man denken - aber auch führen?

Klar, Atomkriege kann und muss man auch führen, Hannes Stein zeigt uns in seiner Besprechung des Buches

Ron Rosenbaum: "How the End Begins. The Road to a Nuclear World War III", Simon & Schuster, 304 Seiten, 28 Dollar

wann, warum und wie ein nuklearer Erstschlag moralisch geboten und erlaubt sein kann mit der gebotenen Nüchternheit und Sorgfalt. Ron Rosenbaum ist, so Hannes Stein,

"Als Autor für dieses Thema ist Rosenbaum jedenfalls prädestiniert: Aus seiner Feder stammt auch ein Bestseller über die verschiedenen (oft ziemlich aberwitzigen) Versuche, Hitler zu erklären [...] Ron Rosenbaum ist ein Mann mit Sinn für Subtilitäten, für Nuancen, Paradoxien und Zwischentöne. Diesen Feinsinn benötigt dringend, wer sich auf das Gebiet des Atomkrieges vorwagt, denn hier herrscht verwirrendes Zwielicht."

Wie gesagt, die Überlegungen, die uns Hannes Stein vorstellt, sind sorgfältig und sehr gewissenhaft, zeugen von tiefem moralischen Ernst; erörtert werden ein Moralisches Dilemma der atomaren Abschreckung und Moralische Paradoxien des nuklearen Krieges. Letztere bestehen darin - Hannes Stein zitiert und übersetzt:

"Moshe Halbertal [Talmudforscher und Experten für militärische Ethik] meint dazu ganz kategorisch Folgendes: "Du darfst dein Leben nicht auf Kosten unschuldiger Menschen retten, auf die du zielst." Ein atomarer Bluff sei erlaubt, alles Weitere unter keinen Umständen (auch nicht im Fall eines Atomkrieges) gestattet: "Ich bin gegen einen Vergeltungsschlag." Aber das ist nicht die ganze Enthüllung. Das dicke Ende kommt sozusagen noch. Gleich danach sprach Halbertal seinem Gesprächspartner nämlich aufs Tonband: "Es könnte eine Situation geben, in der die einzige Chance, einen nuklearen Angriff auf Israel zu verhindern, darin bestünde, den iranischen Staat zu zerstören.
Damit meine ich: Man müsste seine Fähigkeit zerstören, als ein Staat zu handeln. Und hier – so merkwürdig es ist, das zu sagen – wäre das beinahe ein Fall des kollateralen Tötens von Zivilisten. Dies würde nicht auf unschuldige Zivilisten zielen, es ist nicht Hiroshima und Nagasaki. Es könnte gegen Atomlaboratorien, gegen Fabriken, gegen Reaktoren gerichtet sein, was auch immer sie haben. Oder gegen den Staatsapparat, der notwendig ist, um so etwas anzuordnen und herbeizuführen."

Die Überlegungen fasst Hannes Stein so zusammen (da ich das Buch nicht gelesen habe, weiß ich nicht, ob diese Interpretation zulässig ist):

"Mit anderen Worten: Ein Gegenschlag wäre immer verwerflich. Aber ein gut gezielter nuklearer Erstangriff, bei dem unweigerlich auch Nonkombattanten umkommen würden, könnte unter bestimmten Umständen moralisch erlaubt sein – um noch Schlimmeres zu verhindern, um die Zahl der Opfer auf beiden Seiten möglichst gering zu halten."

Nun ja, gut gezielter atomarer Erstangriff. Ich hatte es nicht für nötig gehalten, in der Debatte über das Grass-Gedicht Was gesagt werden muss mitzutönen. Ich fand  Grassens implizite Unterstellung eines nuklearen Erstschlags Israels gegen den Iran falsch, da ich bisher immer davon ausgegangen bin, dass es den Israelis darum geht, mit einem militärischen nicht atomaren Schlag die Entwicklung einer iranischen Atommacht zu stoppen. Nach der Aufklärung durch Hannes Stein muss ich diese Ansicht möglicherweise revidieren.

Ich muss auch gestehen, dass es mir auf den Sack geht, wenn die Besatzungspolitik Israels oder ein nuklearer Erstschlag gegen den Iran ganz skrupulös, unter Abwägung aller moralischen Gesichtspunkte, Dilemmata und Paradoxien durchgeführt oder erwogen wird.  Henryk M. Broder wirft den Deutschen zuweilen vor, dass sie Exportweltmeister der Moral sind, Weltmeister der Moral sind die Israelis.




Samstag, 16. Juli 2011

Hannes Stein - Bekenntnisse eines Ganoven

Hannes Stein gehört mit Henryk M. Broder zur Garde der kurzen Kerls (im Bild 2. v. re) von Dr. Matthias Döpfner, ist eine der Edelfedern der WELT und die schöne Seele auf der Achse des Guten. Ich habe ihn liebgewonnen, als er 2008 so kühn war, das politische Programm des Gegners mit dessen Behinderung zu erklären, dabei das unfeine Wort "Krüppel" zu verwenden, und vor Kühnheit zu zittern (hier).

Die US-Verschuldung erhöht sich jeden Tag um 4 Milliarden US-$.  Die US-Staatspleite droht. Obama kämpft mit dem Kongress um die Verabschiedung eines Haushalts. 

"Denn Zahlungsunfähigkeit hieße im schlimmsten Fall, dass Washington nicht nur außerstande wäre, Rentner und Soldaten zu entlohnen - sondern auch die Inhaber von US-Staatsanleihen, die das Defizit mitfinanzieren und denen natürlich Zinszahlungen zustehen: Privatleute, Großbanken, Rentenfonds. ... Und das würde wiederum eine ganz neue Spirale anstoßen: Die Anleger würden ihre nunmehr wertlosen US-Anleihen abstoßen. Damit würden die USA vollends die Fähigkeit verlieren, ihren Schuldenbetrieb zu finanzieren." (Quelle)

Nebbich, meint der doppelte Konvertit Hannes Stein, der anno 2007 mit einer Greencard in  das Gelobte Land der modernen Zionisten auswanderte, der nach wie vor seine Brötchen in Amerika durch den Springerverlag, wo er Funksprüche einer Auswanderung publizieren kann, finanziert, alles halb so schlimm - und beehrt uns mit einem "Funkspruch an alle Deutschen, die lustträumen, dass demnächst Amerika untergeht: Nein wir gehen nicht unter. Durchsage: nicht die Finanzwelt bebt und zittert, nein, es sind nur die gewiß antiamerikanischen, sicherlich auch antisemitischen Deutschen ("Deutschland denken, heißt Auschwitz denken"), die lustträumen.  Hannes Stein klärt auf

In God we trust
"Ach Gottchen, und dass die Chinesen mehrere Fantastillarden Dollars gehortet haben, also auf den amerikanischen Staatsschulden herumhocken—das, pardon, Sie Klugscheißer, ist erstens schon seit Jahrzehnten so und zweitens eine gute Nachricht. Denn sehen Sie: Die Chinesen haben also mehr als 1000 Milliarden Dollarscheine in ihren Sparstrumpft gesteckt. Entweder das Zeug ist morgen noch etwas wert, dann kann China endlich dafür sorgen, dass es seine Bauern, die auf dem Land dahinvegetieren, endlich statt eines Plumpsklos auf dem Hof ein ordentliches WC einbauen können. Gut für sie, gut für uns, gut für jedermann. Oder die Fantastillarden Dollar im Strumpf verwandeln sich über Nacht in wertloses Papier. Schlecht für die Chinesen, ein bisschen schwierig für uns, aber andererseits: wir haben den ganzen Klumpatsch “made in China” ja schon gekauft. Auf jeden Fall wird durch die wirtschaftliche Verflechtung vermieden, dass Amerika und China einander morgen früh in einem Atomkrieg auslöschen. Auch kein Schaden."

Diese Masche, ach G´ttchen,  sollte der nonchalante Hannes mal bei seinem koscheren Fleischer, Crown´s Kosher Meat Market, Kingston Ave in Brooklyn abziehen, hab dein Klumpatsch schon verdaut, na ja,  da würde er wohl als Schweinsbries den Laden verlassen. - Von der Einstufung der Kreditwürdigkeit wollen wir nicht reden, schon gar nicht von so altmodischen Leitbildern, Entschuldigung, Luftschlössern wie dem Ehrbaren Kaufmann; seien wir realistisch, wir befinden uns mit Hannes Stein, der schon mal die Begründung der universalen Ethik und die Offenbarung der Demokratie auf dem Mount Sinai geschrieben hat (nebenbei, lieber Hannes Stein, ist dort auch der Kapitalismus geoffenbart worden: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut - denn damit wird seine Kreditaufnahme besichert), im Zeitalter des moral hazard . Fantastilliarden! Die sich über Nacht in wertloses Papier verwandeln können! Schlecht für die Chinesen, die diese Ramschilliarden nicht mehr in WCs state of the art investieren können! Wir haben den ganzen Klumpatsch "made in China" schon "gekauft"! Mit Anleihen, die wir als Sicherheiten gegeben haben!

Ich will offen lassen, ob Hannes Stein ein Hyper-Realist ist. Wir leben in Zeiten, in denen es offenbar nicht schadet, ein Idiot zu sein, weil wir eh nicht mehr schnallen, was gedealt wird; es empfiehlt sich auch noch,  wenn man wie Hannes Stein nicht mitdealen kann, ein moralischer Gauner zu sein. Hannes Stein zur Armut im Central Park und sonst wo in den Staaten: die armen Schlucker haben noch genügend Fettpolster; an den Jo-Jo-Effekt denkt der Kerl nicht, wenn er die Fettsäcke erstmal auf Diät á la Schmahlhannes setzen will. Ich habe schon einiges Fragwürdige und fragwürdige Figuren auf der Achse des Guten ausgemacht, aber sagen Sie, gibt es dort einen größeren ganav gadol joter?

Mittwoch, 29. Juni 2011

Hannes Stein ist gegen den Ausbau der israelischen Siedlungen; sind Netanyahu und Lieberman verrückt?

Wie Freund und Feind, die auf diesem Blog vorbeikommen, wissen, habe ich den Willen israelischer Administrationen, mit den Palästinensern zu tragfähigen Vereinbarungen zu kommen,  in Frage gestellt, die These formuliert, dass für Israel der immer wieder scheiternde "Friedensprozeß" nur ein Vorwand ist, um Zeit zu gewinnen, das Gelobte Land mit den Kernlanden Judäa und Samaria, das vom Ewigen den Nachkommen Abrahams, Itzchaks und Jakobs verheißen wurde, in Besitz zu nehmen.  Jeder weiß auch, dass ich immer wieder gehofft und darum gebeten habe, meine Thesen zu "falsifizieren".  Ich bin mir nicht sicher, ob Hannes Stein in "Warum auch ich gegen den Ausbau der israelischen Siedlungen bin" meine These bestätigt oder falsifiziert; was er vorträgt, klingt ganz plausibel.

Das israelische Außenministerium hat ein Positionspapier "Rechtliche Aspekte der vorzeitigen Anerkennung eines palästinensischen Staates" herausgegeben. Das Deutsch-Israelische Online Magazin HaOlam.de, auf dem auch meine Freunde Axel Feuerherdt a.k.a. Lizas Welt und Bernd Dahlenburg a.k.a. Castollux bloggen, fasst das Papier zusammen:

"Erst denken, dann `anerkennen`: 
Rechtliche Aspekte einer einseitigen PA-Staatsausrufung
Die vorzeitige Anerkennung eines palästinensischen Staates wird den historischen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nur vertiefen und intensivieren, nicht lösen.

Die einseitige Ausrufung einer Eigenstaatlichkeit untergräbt den bestehenden internationalen Rahmen für israelisch-palästinensische Verhandlungen und für verbindliche bilaterale Vereinbarungen zwischen den Parteien.

Die vorzeitige Anerkennung eines palästinensischen Staates wird einen Großteil, wenn nicht sogar alle Fragen des endgültigen Status´ ungelöst lassen. Auch erfüllt die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) gegenwärtig die gängige juristische Definition von Staatlichkeit nicht. Insbesondere übt sie keine Kontrolle über die von ihr beanspruchten Gebiete aus."

Dass Israel "verbindliche bilaterale Vereinbarungen", die den "historischen Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern lösen",  anstrebt, die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Eine Anerkennung eines palästinensischen Staates dürfte für Netanyahu, Lieberman & Co wohl immer "vorzeitig" sein. Dass hier als Einwand gegen eine palästinensische Staatlichkeit formuliert wird, dass die PA keine Kontrolle über die von ihr beanspruchten Gebiete ausübe, ist das nun dreist oder lediglich komisch? Wenn ich das richtig verstehe, würde sie gerne die Kontrolle ausüben, aber das wird von Israel nicht "gewährt".

In meiner Skepsis werde ich von HaOlam.de bestärkt


HaOlam.de demonstriert mit der Karte, was zwar noch nicht auf dem diplomatischen Parkett, aber auch nicht klammheimlich als Zwei-Staaten-Lösung "vorgedacht" wird "Jordanien ist Palästina"


"Der Initiator der Petition, der Knesset-Abgeordnete Arje Eldad (Nationale Union), erklärte: “König Abdullah soll Jordanien zur Heimat für die Palästinenser erklären. Sein Vater sagte, ‘Jordanien ist Palästina und Palästina ist Jordanien’. Leider will Abdullah seinem Vater in dieser Sache nicht folgen.” “Es gibt bereits einen palästinensischen Staat: 80 Prozent der Menschen in Jordanien sind Palästinenser”, sagte Eldad."


Dies wird auch von Geert Wilders für vernünftig angesehen


"Jordan is Palestine. Changing its name to Palestine will end the conflict in the Middle East and provide the Palestinians with an alternate homeland." (Quelle)


Das Wirkliche ist vernünftig, sagte schon Hegel, man muss das Wirkliche nur richtig benennen. Ich befürchte, dass Eldad und Wilders die Plappermäuler sind, die nur etwas vorzeitig dem Weltgeist aus Israel aus dem Munde reden.  Und "Transjordanien", das sind ja immerhin 77% der Verteilungsmasse aus dem eh. britischen Mandatsgebiet, während "Cisjordanien" nur 23% hat. Ist das nicht großzügig?


Aber bitte, ich lasse mich wirklich gerne falsifizieren.

Mittwoch, 30. März 2011

Katastrophe mit Stil

Es ist das Verdienst der Analytiker der Achse des Guten, Benny Peiser, Hannes Stein, Gideon Böss, David Harnasch u.a., gegenüber den Räuschen der German Angst, dem Delirium der Apokalypsen zwar vergeblich, aber unverdrossen nüchtern geblieben zu sein, "Es IST eine valide Aussage", so David Harnasch zu den Ereignissen in Fukushima, "dass exakt überhaupt kein Schaden diagnostiziert werden kann."

Die deutschen Trinksitten,  Komasaufen bei Katastrophen,  Jammern und Kotzen, haben in der Tat keinen Stil. Ich krame ein bißchen im Archiv der WELT; wie man den Weltuntergang richtig geniesst, hat kein geringerer als der Feingeist und Ästhet auf der Achse, Hannes Stein, in seinem Tagebuch einer Ein- und Auswanderung einen Tag vor Heiligabend 2007 zum Besten gegeben. Mit der bezaubernden und von mir sehr geschätzten Thea Dorn und David Harnasch sitzt er im Algonquin, New York City, bitte, hören Sie mal her:

"Jetzt besaufen wir uns sinnlos, hinterher gehen wir ins Kino und schauen "Charlie Wilson´s War" an, mit Tom Hanks und der anbetungswürdigen Julia Roberts.
Der Barraum des "Algonquin" ist dunkel getäfelt und wirkt schon geradezu unanständig englisch. David, Thea und ich sind uns über Folgendes einig einig: Sollte Manhattan von einen weiteren Terroranschlag getroffen werden, vielleicht mit einer "schmutzigen Bombe", wäre dies kein schlechter Ort, um seinen letzten Martini zu kippen."

Hat eine "schmutzige Bombe" mitten in N.Y.C.  nicht mehr Thriller-Qualität als eine kleine, aufgebauschte Reaktor-Explosion? Dabei einen Martini zu kippen leuchtet mir ein,  ebenso, sich vorher sinnlos zu besaufen, hinterher ins Kino zu gehen. Cheers!

Dienstag, 22. März 2011

Auf der Achse des Guten tummeln sich die letzten Faktenmenschen

"Angeblich hat Deutschland eine neue „AKW-Debatte“. Das glaube ich nicht. Zu einer Debatte gehören zwei Seiten, die miteinander streiten, Argumente austauschen, sich zwar nicht sympathisch finden müssen, aber zumindest einen gewissen Grundrespekt voreinander an den Tag legen. Das ist hier nicht der Fall. AKW-Befürworter sind skrupellose Monstermenschen, ... Herz und Gewissen sind dafür im Überfluss auf der anderen Seite vorhanden. ...
Dabei gibt es unter den Kernkraftgegnern ein etwas irritierendes Phänomen. Die allermeisten von ihnen wissen offenbar nichts über AKWs, nichts über Radioaktivität und nichts über Atomkraft. Ihr Expertentum baut auf der Lektüre von „Die Wolke“ auf und dem Wissen, dass rund um Tschernobyl nur noch dreiköpfige Kinder zur Welt kommen. Werden sie mit unliebsamen Fakten konfrontiert, kommt als Antwort nicht mehr als ein fassungsloses „wie kannst du jetzt noch für Atomkraft sein!“
Zumindest sind das meine Erfahrungen aus der „AKW-Debatte“ der letzten Tage. ... dann kommt einer daher und verteidigt die Atomkraft und stellt Fakten in den Raum. Und die bleiben da auch stehen, die interessieren niemanden."

so der Atomkraftexperte und als "Monstermensch" diffamierte Gideon Böss auf der Achse des Guten: Bundesrepublik Pausewang. Na ja, die Fakten bleiben im Raum stehen. Ich würde gerne mal wissen, auf welchen Parties, an welchen Imbissen sich Gideon Böss herumtreibt; der gute Mann unterstellt, dass die Kernkraftgegner, halt! die "allermeisten" von ihnen, sich in dieser Krise immer noch bei Gudrun Pausewang informieren, nicht in der Lage sind, den SPIEGEL zu lesen oder sich in anderen "Mainstreammedien", geschweige denn in Fachjournalen, kundig zu machen. Keine Angst, meine Damen und Herren, der Mann ist kein Bösmensch, der heisst nur so ähnlich, aber kann noch nicht mal richtig böse, sondern nur so schwerinformiert sein, wie man das eben auf der Achse des Guten zu sein pflegt. Hier darf jeder Schütze Arsch als Experte antreten, der seine "Fakten in den Raum" stellt.  Ich hatte die Ehre, in den letzten Tagen zwei Schwergewichte der faktengesättigten Information vorzustellen, den Bodycounter Hannes Stein (Hannes Stein zählt die Seelen) und den Starmoderator David Harnasch (David Harnasch scheisst nicht in die Hosen, Warum ich über die Kernkraftwerke in Japan nicht beunruhigt bin).  Nach den beiden Rechenkünstlern und Statistikfüchsen will ich jetzt als dritten Fachmann, der die Fakten in den Raum der Achse des Guten stellt, den Experten für vergleichende Unfallforschung,  Burkhard Müller-Ullrich vorzustellen:

"Während aller Augen nach Fukushima starrten, ereignete sich am vergangenen Mittwoch ein dramatischer Zwischenfall des Schweregrades vier bis fünf im deutschen Luftraum. Ein Polizeihubschrauber vom Typ Superpuma 332, der kurz zuvor Angela Merkel zu einem Wahlkampftermin transportiert hatte, sackte aus 1600 Metern Höhe ab, nachdem beide Antriebsturbinen ausgefallen waren. Erst im letzten Moment vor dem Aufschlagen am Boden gelang es der Crew, mit Hilfe von Wasserwerfern und eiligst verlegten Notstromkabeln, ein größeres Desaster zu verhindern. Der Beinahe-Absturz zeigt aber, daß Helikopter ein nicht hinnehmbares Risiko für die Sicherheit der Bevölkerung darstellen." (Quelle)

In einer Gleichung verhält sich A zu B  wie X zu Y. In diesem Falle lautet die Gleichung bei Herrn Müller-Ullrich "Ausfall des Kühlsystems bei AKW" verhält sich zu "Hilfe von Wasserwerfern und eiligst verlegten Notstromkabeln" wie "Absturz des Kanzlerhubschraubers" zu "Hilfe von Wasserwerfern und eiligst verlegten Notstomkabeln". Nun, ich bin sehr beeindruckt, dass bei sehr unterschiedlchen Fast-Katastrophen die gleichen Maßnahmen greifen, insbesondere aber darüber, wie schnell der Katastrophenschutz für die Kanzlerin zur Stelle ist. Das beruhigt.

Man mag mir nun entgegenhalten, dass mir die größten Kartoffeln auf der Achse des Guten entgehen, ich immer nur die dümmsten Bauern finde. Ich muß gestehen, dass ich in der Informationsverarbeitung etwas überfordert bin, da die Achse hinsichtlich ihrer releases nicht nur inkontinent, sondern auch offenbar praecox west. Stellen wir uns doch vor, wie die Experten David Harnasch, Hannes Stein, Gideon Böss und Burkhard Müller-Ullrich, vielleicht noch mit Begleitschutz von Henryk M. Broder, auf eine Party gehen und dort ihre "Fakten in den Raum stellen". Da wird kein Auge trocken bleiben.

Mittwoch, 16. März 2011

Hannes Stein zählt die Seelen

Hannes Stein ist die schöne Seele unter den expendables auf der Achse des Guten, ein Mann mit interessanten intellektuellen Positionen

"Ich neige im Moment ganz besonders [sic!] zu beiden Haltungen. Eine interessante intellektuelle Position" (näheres hier)

und kühnem Sinn; zitternd vor Kühnheit hat er zu fragen gewagt

""Ja, gehört sich das denn? Schamlos auf die Kriegsverletzung eines politischen Gegners hinzuweisen? Das unfeine Wort “Krüppel” zu verwenden? Das politisches Programm des Gegners mit seiner Behinderung zu erklären? Natürlich gehört es sich nicht. Gerade darum ist es ja so treffend. " (Quelle)

Also, Hannes Stein scheut sich nicht vor interessanten intellektuellen Positionen und ungehöriger Schamlosigkeit; wenn es brennt, ist er zur Stelle: Zahlen

"Zahlen sind etwas Kaltes. ... Ich wage jetzt ein paar Voraussagen in kalten Zahlen ... 
Die vier Reaktorunfälle in Japan werden ungefähr 30 Menschenleben fordern. Zu dieser Zahl komme ich aufgrund folgender Überlegung: Experten sagen, dass diese Unfälle auf der Skala des Unglücks etwa zwischen dem Zwischenfall von „Three Miles Island“ in Pennsylvania und der Katastrophe von Tschernobyl liegen. Der Zwischenfall „Three Miles Island“ forderte ungefähr [sic!] null Menschenleben, wie die BBC meldete. Die Katastrophe von Tschernobyl war schlimmer: vielleicht – sehr grobe Schätzung , die eher zu hoch als zu niedrig liegt – 60 Menschen verloren ihr Leben ..."

"ungefähr null" ist in der Mengenlehre nicht von schlechten Eltern. Ich bin jedoch der letzte, der die rechnende Vernunft in Frage stellt; rückt Hannes Stein nicht die Maßstäbe zurecht? Tausende von zu erwartenden Opfern des Oberst Ghaddafi, weniger als 10.000 zu erwartende Opfer von Erdbeben und Tsunami in Japan, hunderte, die in Japan an Vergiftungen noch dahinsiechen werden, 11.000 zu erwartende Opfer der Cholera in Haiti - im Vergleich dazu 30 Seelen, die "direkt auf die Reaktorkatastrophe (in Japan) zurückzuführen" sein werden, so die Wette von Hannes Stein.

"Die schlimmsten Spätfolgen der Katastrophe von Tschernobyl waren übrigens psychologischer Natur: Trunksucht und Depressionen. Um die Japaner, die nie unter einer kommunistischen Diktatur leben mussten, mache ich mir in dieser Hinsicht nicht so viele Sorgen."  - Nun ja, das klingt erst mal plausibel, Rechnen mit kalten Zahlen und Statistik lehren uns jedoch, dass wir nicht allzusehr auf unsere Intuition, den gesunden Menschenverstand und unsere Hypothesen, auch wenn sie noch so verführerisch und schön sind,  stützen sollten: Japan hat, so ein Artikel in der WELT, die höchste Selbsmordrate weltweit. "Im vergangenen Jahr haben sich über 30.000 Japaner umgebracht ... Japans Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnete die Zahlen am Dienstag als Beweis, dass zu viele Menschen wirtschaftlichem und emotionalem Leid ausgesetzt seien. „Es gibt viele Gründe für Selbstmord“, sagte Kan. „Wenn wir sie reduzieren, wäre dies ein Weg zu einer 'Gesellschaft mit einem Minimum an Unzufriedenheit und Elend'“."

Hannes Stein weiß natürlich, dass die aufrechnende Vernunft (Kommunismus vs. Japan) die Frage nach dem "Warum?" nicht letztgültig beantworten kann. Dies könnte, so Hannes Stein, nur die Frage nach Gott

"Und zu der Frage „Wie kann Gott all das Böse nur zulassen?“ kommen wir in der nächsten Folge. Oder wir lesen das Buch Hiob in der hebräischen Bibel, das eine eher ungemütliche Antwort bereithält." - Ich warte auf die nächste Folge, weil ich z.Z. lieber Michel Houellebecqs neues Buch "Karte und Gebiet" gemütlich lesen will.

Samstag, 5. Februar 2011

Hannes Stein , Eine interessante intellektuelle Position

Hannes Stein ist unter den Autoren auf der Achse des Guten der sensible und elegante Intellektuelle, auch wenn er in dieser besonderen Gesellschaft zuweilen in Gefahr war, auch zum groben Klotz und Haudrauf zu mutieren, aber es immer schaffte, im Konjunktiv zu bleiben. Jetzt schreibt er anläßlich der unübersehbaren Bewegung im Nahen Osten

"Die einen hoffen auf die Demokratisierung des Nahen Ostens, weil nur so die arabisch-islamische Welt endlich den Anschluss an die liberale Moderne finden werde, die anderen fuerchten sie, weil sie glauben, dass so der schaeumende Wahnsinn an die Macht kommt. Ich neige im Moment ganz besonders [sic!] zu beiden Haltungen. Eine interessante intellektuelle Position. " (Quelle)

Nun, so eine interessante intellektuelle Postition kann uns Menschenwesen zuweilen quälen, zuweilen Vergnügen bereiten, zumal wenn man ganz besonders sowohl dahin als auch dorthin neigt. Dankbar war ich, dass Hannes Stein in dieser Post die schöne Rede, die Shlomo Avineri in Haaretz für Benjamin Netanyahu geschrieben hat, vorstellt und übersetzt

Ich wende mich an euch ... als israelischer Premierminister, der demokratisch gewaehlt wurde ... Das israelische Volk, das zu ungefaehr 20 Prozent aus Arabern besteht, wuenscht dem aegyptischen Volk das Beste, und wir werden jede Entscheidung respektieren, die ihr im Hinblick auf Aegyptens innere Verfassung trefft. Das ist allein eure Entscheidung, und wir haben nicht die Absicht, uns in eure souveraenen Rechte einzumischen, diese Verfassung zu formen. Wir hoffen, dass so, wie der Frieden 30 Jahre lang gewahrt wurde, auch kuenftig die historischen Errungenschaften bewahrt werden, die er ermoeglicht hat.

Dienstag, 4. Januar 2011

Jahresrückblick 2010, Vom Deutschen Wesen bis zum Frieden im Gelobten Land

2010 verweht. "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?" (Mattheus 7:16)

Ich möchte wieder darauf hinweisen, dass es sich bei den Einzig Wahren Freunden Israels nicht um eine Verschwörung, sondern um einen  „koadaptiven Mem-Komplex“ (Richard Dawkins) handelt; wenn es sich um eine „zionistische Verschwörung“ handeln würde, hätte der Mossad sein Bodenpersonal noch fahrlässiger ausgesucht als der Allerhöchste.

Ich mache hier keine Quellenangaben; vertrauen Sie mir, dass ich korrekt zitiere;  auf Anfrage kann ich Ihnen die Quellen und Kontexte nennen. Sofern nicht anders vermerkt sind alle Zitate dem Genius Henryk M. Broders entsprungen. Treten Sie ein, Sie werden schon nicht den Kopf verlieren, Sie werden hier auf ein bemerkenswert hochkonsistentes Weltbild, in dem der Satz vom Widerspruch nicht gilt, stoßen. Incipit:

Weihnachten 2010 war eine publizistische Zeitenwende, der Börne unserer Zeit, der „Polemiker“ vor dem Herrn wechselt ohne großes Aufsehen vom SPIEGEL zur Welt-Gruppe des Axel Springer Verlags.  Der Chefredakteur aller Welt-Titel,  Jan-Eric Peters, begrüsst ihn als „hemmungslosen Freiheitskämpfer“.

Montag, 14. Juni 2010

Hannes Stein ist wieder auf der Achse des Guten und voll Rohr da

Hannes Stein habe ich bereits 2008 schätzen gelernt, als ich diese brillante Überlegung zur geistigen Kriegsführung und zum richtigen Feindbild gelesen habe:

"Ja, gehört sich das denn? Schamlos auf die Kriegsverletzung eines politischen Gegners hinzuweisen? Das unfeine Wort “Krüppel” zu verwenden? Das politisches Programm des Gegners mit seiner Behinderung zu erklären? Natürlich gehört es sich nicht. Gerade darum ist es ja so treffend. " (Quelle)

Die Überlegung ist ja nicht von schlechten Eltern, die Versehrtheiten und Verletzungen des politischen Gegners in Rechnung zu stellen. Für Hannes Stein geht es jedoch darum, mit dem "unfeinen Wort "Krüppel"" in den Krieg der Worte zu ziehen. Er hat damals vor Kühnheit gezittert. Ich gehe davon aus, dass dieses Schema brillianten und geistreichen Menschen wie Hannes Stein vorbehalten bleibt; Miguel de Unamuno hat dies sicherlich etwas anders gemeint.

Nach dem Debakel seines Freundes Alan Posener auf der Achse dess Guten hatte dieser feingeistige Etappenhengst Zions mit beschränkter Haftung in Brooklyn/NY (dort, wo die Mühseligen und Beladenen dieser Erde ihre Freistatt finden) für ein Jährchen das Forum der Achse gemieden. Jetzt ist er wieder voll da. Und wie! Die entscheidende Hannes und Gretel Frage unserer Zeit ist:

"ob der Antisemitismus in Deutschland zugenommen hat. Im großen Ganzen sind die Leserinnen und Leser dieses Blogs ofenbar [sic!] der Meinung: Ja, hat zugenommen. Zumindest wurde das Geschrei lauter. Viele können sich nicht mal mehr in ihrem Familien- oder Freundeskreis offen über Israel unterhalten. Ein bedrückendes Bild." (Quelle)

Dass die einzigwahren Freunde Israels selbst in ihren Familien "ofenbar" auf Widerstand stossen, wundert mich überhaupt nicht. Seit Jahr und Tag beklagen sie den anschwellenden Bocksgesang des Antisemitismus in Deutschland; dass der Widerstand, auf den sie stossen, möglicherweise mit der Art und Weise ihrer restlos überzeugenden Werbung für Israel, verbunden mit einer glasklaren Freund-Feind-Bestimmung und einer noch überzeugenderen Diffamierung des politischen Feindes zu tun haben könnte, ist eine Frage, die sich den einzigwahren Freunden Israels noch nicht mal im Traum oder Alptraum stellt. Nein, nein, die Deutschen können den Juden Auschwitz nicht verzeihen, das hört sich für Hannes Stein plausibler an (dieses Malmot von Zvi Rex ist inzwischen von Krethi und Plethi so ausgelutscht wie eine süsse Zitrone; aber immer noch ist seine Zitierung den Herrschaften nicht peinlich - es ersetzt das Denken, wenn man nicht mehr weiß, welchen Holzweg man im dunklen Wald gehen soll).

Weil Europa die Hannes und Gretel Frage nicht befriedigend beantwortet, kommt Hannes Stein zu der Schlußfolgerung und Empfehlung:

"Wandert aus. Es lohnt den Streit nicht. Europa hat 1914 Harakiri begangen und sich 1933, damit der Selbstmord nur ja klappt, auch noch die Kugel gegeben, es hat alles in sich abgetötet, was gut, schön, zart oder einfach nur sonderbar war—dieser Kontinent ist nicht mehr zu retten. Nicht vor sich selbst. Wenn ihn die Muslime übernähmen (bitte, hier, ein Video, das Martin Riexinger mir geschickt hat), wäre das vielleicht noch das Beste, was ihm passieren könnte. "

Also, lieber Hannes Stein, da gefällt mir die Prognose Ihres Freundes Henryk M. Broder doch um einiges besser, dass nämlich die Inder schneller sein werden und Tatü, Tata, Mahindra den Kontinent übernehmen werden. Sie sinnieren verbittert in Ihrem Dachstübchen in Brooklyn, während hier Broder noch gegen die Muselmanen und den Islamofaschismus kämpft.  Gesetzt, lieber Hannes Stein, die Muselmanen übernehmen Europa: von der Quantité négleable der Europäer mal abgesehen - was hätte dies für einen Effekt auf das kleine Handtuch am Mittelmeer, namens Israel? Sollen die Israelis dann auch auswandern und an Ihren Hof in Brooklyn kommen? Bekommt Henryk M. Broder noch die Greencard? Und was machen Sie in Amerika, wenn Sie ihre Brötchen nicht mehr im Springer Verlag verdienen können? Und Henryk will ich noch fragen: Wann kommen die indischen Efeu-Männer wieder? Konnten Sie den Konkurs der India Zirkus Show des "Pfälzer Buben" nicht abwenden?

Sonntag, 6. Juni 2010

Bernd Dahlenburg, Selig, die nicht sehen, und doch glauben

Freunde, ich bringe diese Post im Blog der Israelischen Botschaft, Israelische Marine warnt Gaza Flotille.


nicht richtig zusammen mit diesem

und das von allen einzigwahren Freunden Iraels noch am selben Tag stante pede als einzigwahres Dokument eingestellt wurde, z.B. von Marathonmann Rolf Behrens a.k.a. Claudio Pinocchio Casula a.k.a. Spirit of Entebbe am 4. Juni, Wovon Aktivisten träumen, oder von Hannes Stein auf der Achse des Guten, "Go back to Auschwitz", ebenfalls am 4. Juni.  4 oder 5 Tage, das ist eine lange Leitung der IDF, dafür umso überzeugender. Gut, dass es einen gibt, der den Braten riecht, es ist der Magister für Evangelische Gotteskunde, Bernd Dahlenburg, der bei Spirit of Entebbe kommentiert

Bitte, lieber Bernd Dahlenburg, machen Sie uns darauf aufmerksam, wenn die "(vorerst) fehlende akustische Wiedergabe" und die "(für ein paar Tage)" zurückgehaltenen "Tondokumente" nachgeliefert werden. Bernd, wir warten! Solange kann doch die "konkrete Auswertung" des besten Geheimdienstes der Welt nicht dauern! Der ungläubige Thomas ist der Schutzpatron unseres skeptischen und zweifelnden Abendlandes, er glaubt nicht, ohne gesehen und berührt zu haben. Er will sehen, berühren, wissen.

Bernd Dahlenburg braucht nicht zu sehen und zu berühren. Wenn es um Israel geht,  gehört er zu den Seligen, "die nicht sehen, und doch glaubigen". Das ist der gläubige Bernd. Bernd Dahlenburgs Welt ist prästabilisiert, der gute Mann wankt und schwankt nicht - auch wenn er noch soviel hinter die Binde gegossen hat.

Freitag, 25. September 2009

Antisemitismus, Outbreak im Bundespräsidialamt

Herbert Eiteneier a.k.a. heplev ist einer der kleinen Propheten. Am 30. Oktober 2008 prophezeite er in der Zeitschrift der Siedlerbewegung Arutz Sheva
 
"I wonder how long official Germany will still pay its lip service. Should the left-wing parties be able to form the next federal government, expect a change of course soon. How long the Christian Democrats will hold out paying their lip service and letting some honest people make a stand, I can't say. But the virus is out. And I am convinced it will get out of control sooner or later."

Der kleine Prophet ist von den Ereignissen überrollt worden. Grosse Propheten wie Henryk M. Broder und Alex Feuerherdt a.k.a. Lizas Welt berichten, wie der Virus bereits das Bundespräsidialamt und den hochrangisten aller Christdemokraten infiziert hat. "Lippenbekenntnisse" sind von gestern.
"...innerhalb von nur zwei monaten sind zwei antisemiten mit auszeichnungen geehrt worden. beide male war der bundespräsident involviert. einmal hat er die urkunde unterzeichnet, das andere mal die laudatio gehalten. ich tendiere immer noch dazu, dies für für koinzidenz zu halten - in tateinheit mit inkompetenz im umfeld des präsidenten.
für den fall allerdings, dass es kein zufall war und sie demnächst noch weitere antisemiten bzw. jüdische selbsthasser ehren wollen, ...
sehr geehrter herr dr. haller, vielen dank für ihre erstaunlich schnelle antwort, der ich entnehme, dass die antisemitischen phantasien von mankell den bundespräsidenten nicht daran gehindert haben, eine laudatio auf ihn zu halten...." (Quelle: Achgut, Broder, Hilfe für den Präsidenten)

Während der entgeisterte, gutgläubige und gutwillige Henryk M. Broder dem Bundespräsidenten noch Hilfe anbieten will, weiss der unsentimentale, von Eike Geisel in die Pflicht genommene Realist Alex Feuerherdt in seinem Leitartikel "Laudator?Si!" ganz genau:

"Bundespräsident Horst Köhler wusste ganz genau, auf wen er da am vergangenen Freitag seine Laudatio hielt: ...Allemal von Interesse ist jedoch, dass der Bundespräsident den Laudator für einen glühenden Israelhasser gegeben hat – denn er kann sich nicht darauf zurückziehen, nur einen speziellen Teil von Mankells Schaffen gewürdigt haben zu wollen. ...Mag sein, dass es nicht Mankells Antisemitismus war, der den Ausschlag für die Verleihung des diesjährigen „Friedenspreises“ inklusive einer Laudatio des Bundespräsidenten gab. Aber er hat ihr auch nicht im Weg gestanden. Und das ist so bezeichnend wie übel genug."

Für welches Engagement der Bundespräsident, der eine besondere Affinität zu Afrika hat,  in seiner Laudatio Mankell ehrte, ist gänzlich irrelevant. Einzig und allein entscheidend ist die Gretchenfrage unseres neuen Milleniums "Nun sag, wie hast du´s mit Israel?" auf der Waagschale der Beurteilung eines Menschen.

Mankells Statement ist eine Fundamentalkritik und radikale Infragestellung Israels und des zionistischen Projekts. Mankell beurteilt Israel unter dem Gesichtspunkt der Apartheid und der Herrschaft eines Volkes über ein anderes Volk. Diesem System wünscht er den Untergang. Propheten sind zornig und äußerst einseitig. Israel und seine Fürsprecher mögen sich verständlicherweise in diesem Spekulum, Spiegel oder Zerrspiegel, nicht erkennen. Nachdenklich könnte jedoch stimmen, dass diese Kritik gerade auch von Persönlichkeiten geäußert wird, die im Kampf gegen das Apartheidssystem in Südafrika engagiert waren, dessen Struktur und Symptome genau kannten, und letztlich die Erfahrung machten, dass dieses System transformiert werden konnte. 

Sonntag, 20. September 2009

Prophezeiungen "moderner" Zionisten
Leseempfehlung: Leon de Winter, Das Recht auf Rückkehr

Leon de Winter: Das Recht auf Rückkehr. Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Diogenes, Zürich. 550 S., 22,90 €.  

Der bekannte Publizist Henryk M. Broder hat eine schlaflose Nacht,  rezensiert  in der WELT das "neue" und in der Tat lang erwartete Werk seines buddys Leon de Winter und beginnt zu prophezeien.


Von Henryk M. Broder 19. September 2009, 04:00 Uhr
 Einige prophetische Überlegungen über den Zustand im heiligen Land und in der übrigen Welt in 15 Jahren - angestellt aus Anlass von Leon de Winters jüngstem Roman "Das Recht auf Rückkehr". 

Was prophezeit Henryk M. Broder?
"...ich überzeugt bin, dass dieses Buch mehr als ein Roman, ein Thriller und mehr als eine literarische Wettervorhersage ist. Es ist die Ankündigung eines Unheils... 
War früher die Option, nach Israel einwandern zu dürfen, eine Art Versicherungspolice, eine Platzkarte fürs Rettungsboot, so ist es heute die Möglichkeit, im Notfall Israel verlassen zu können....
Und dabei erfahren wir, eher beiläufig, dass Israel im Jahre 2024 auf ein zweites Massada zusammengeschrumpft ist, ein Gebiet, das kaum größer ist als die Stadt Tel Aviv und das von Hard-Core-Zionisten und religiösen Eiferern bewohnt wird.
Alle, die es sich leisten konnten, haben das Land verlassen, dennoch herrscht kein Frieden in Palästina, ist der Nahost-Konflikt nicht gelöst. Er wäre es auch dann nicht, wenn Israel nur aus der Tel Aviver Strandpromenade und den Cafés an der Hayarkon Straße bestünde. Eine düstere Vision, werden Sie jetzt sagen, Produkt schriftstellerischer Fantasie. Nein, sagt Leon de Winter, eine Realität, mit der wir rechnen müssen. Er denkt das Undenkbare, stellvertretend für uns alle....
Die meisten Juden weigern sich, die Zeichen an der Wand zu sehen. So wie sich 1933 geweigert haben, die Wirklichkeit zur Kenntnis zu nehmen und vieles als Rhetorik und Schaumschlägerei abbuchten...
Wir machen jetzt einen Sprung in das Jahr 2024. Über dem Buckingham Palace in London weht die grüne Fahne des Propheten, in Deutschland hat sich Oskar Lafontaine soeben zum Kanzler auf Lebenszeit wählen lassen, Holland wird von einer Koalition aus Christdemokraten und liberalen Islamisten regiert, und in Tel Aviv sucht ein Vater nach seinem verschwundenen Sohn."

Lesen Sie bitte, liebe Leser, die ganze Rezension und finden Sie bitte heraus, was Henryk M. Broder vorschlägt, um dieses Unheil abzuwenden.  Ist er ein Defätist? Hat er sich sich mit der Dystopie Leon de Winters abgefunden? Kann Israel gerettet werden, wenn Felicia Langer, der gefährlichsten Feindin Israels seit Delilah, das BVK wieder abgenommen wird?