Montag, 31. Januar 2011

"Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten." - Soll das so bleiben?

Dass Israel die einzige Demokratrie im Nahen Osten sei, umgeben von einem Meer von Despotie, Fundamentalismus, Fanatismus und Terror,  ist eines der Mantren, die wir immer wieder von den Einzigwahren Freunden Israels, den Etappenhengsten Zions mit beschränkter Haftung und von der Springer-Presse zu hören bekommen.

Die Lemma und Dilemmata dieser lupenreinen Demokraten werden auf den schätzenswerten und zuweilen brilliant argumentierenden Blogs Schmok und MondoPrinte präzise auf den Punkt gebracht

Der Zentralrat macht sich Sorgen um Mubarak  (Schmok)

"Und die Moral von der Geschicht’? Die einzige Demokratie im Nahen Osten kann anscheinend nur so weiter fuhrwerken, wenn es um sie herum ordentlich undemokratisch zugeht. "

Sonntag, 30. Januar 2011

Hemmungslose Freiheitskämpfer tummeln sich auf der Achse des Guten

Henryk "Moses" Broder ist an Weihnachten von der WELT-Gruppe als "hemmungsloser Freiheitskämpfer" begrüßt worden. "Er ist ein hemmungsloser Freiheitskämpfer. Ich bin froh, einen Kollegen wie ihn bei der Welt-Gruppe begrüssen zu dürfen." (Quelle)

Jetzo wird er sich noch mehr als in seinem bisherigen Kampf ins Zeug legen, den lahmen Europäern den Marsch zu blasen und Feuer unter dem .rsch anzuzünden

"Gerade eben wollte ich über die Autononen herfallen und mich darüber beschweren, dass sie ihre alternativen Ärsche nicht hochbekommen, um wenigstens eine klitzekleine Demo als Zeichen der Solidarität mit den Ägyptern hinzukriegen, die trotz aller Ausgehverbote weiter demonstrieren und die Abdankung von Mubarak fordern...Das ist doch genau, was die Ägypter wollen! Freie Wahlen, gleiche Rechte für Männer und Frauen, mehr Arbeitsplätze, weniger Bevormundung - ein selbstbestimmtes Leben. " (Quelle)

So lieben wir Henryk Moses. Für die Freiheit hemmungslos auf die Barrikaden. Doch halt, sind Freiheitsbewegungen nicht ein zweischneidiges Schwert? Die Europäer, warnt Gil Yaron auf der Achse des Guten, werden noch Ihr blaues Wunder erleben.

"Endlich wach? Nach dreißig Jahren Ausnahmezustand in Kairo hast Du endlich entdeckt, dass Hosni Mubarak ein brutaler Diktator ist? So solidarisch, wie Du den demonstrierenden Massen in Ägypten zujubelst und hoffst, dass die Jordanier, Syrer und Saudis es ihnen nachtun. ... Dein fataler Fehler, mit Barack Obama den Demonstranten in Kairo zuzujubeln und einen Deiner treusten Verbündeten im Stich zu lassen, basiert auf drei grundlegenden Fehlannahmen. ... In einer Region, in der man Innenpolitik mit Kalaschnikows betreibt, erweist Du Dich als unzuverlässiger Bündnispartner, der kneift wenn es hart auf hart kommt. Viele Freunde werden Dir da nicht bleiben. ... Den Menschen in Ägypten gebührt die Freiheit, die ihnen mit Hilfe der USA und Europa bisher vorenthalten wurde. Doch Jubel nicht, Europa! Für Freiheit in Ägypten wirst auch Du zahlen. Mubarak machte für Deine Geheimdienste die Drecksarbeit. Er sperrte die Attentäter ein, die sonst in Europa in die Luft geflogen wären. Genau wie der Reichtum Europas auch auf den Ressourcen der Dritten Welt beruhte, so rührt die Freiheit Europas auch aus der Unfreiheit Arabiens. Das ist nun vorbei. Jetzt musst Du Dich allein schützen. Es mag ein guter Morgen sein, das böse Erwachen steht aber noch bevor. "

Lesebefehl! Lesen Sie den ganzen Artikel von Gil Yaron. Hier wird konsistent vorgedacht. Hier bekommen wir zu hören, dass 1. wir Europäer das Regime Mubarak zu verantworten haben und seine hauptsächlichen Nutznießer waren, dass wir 2. feige Verräter sind, die unsere Bündnispartner im Stich lassen und den rsch zusammenkneifen, wenn es hart auf hart kommt, dass 3. der Traum der Freiheit Ungeheuer gebären wird.  Weil überhaupt nicht relevant, wird von Yaron nicht vermerkt, dass Ägypten unter dem Mubarak Regime mit jährlich 1.5 Milliarden US-$ nach der nahöstlichen Vormacht Israel seit Carter, Reagan, Bush I, Clinton, Bush II, Obama der bei weitem größte Empfänger von Auslandshilfe der USA ist (Israel und Ägypten erhalten zusammen 2/3 der US-Auslandshilfe) und dadurch bester Verbündeter Israels in der arabischen Welt wurde. Dadurch hatte Israel eine wichtige Flanke frei für seine Version des "Friedensprozesses".

Henryk M. Broder, Ins Schwarze getroffen und sich selbst fotografiert

In meiner Jugendzeit waren auf den Rummelplätzen die Schießbuden mit "Ins Schwarze getroffen und sich selbst fotografiert" für mich die größte Attraktion. Auf der Achse des Guten ist das jetzt für mich das "Bild der Woche". Freunde, ich sage Euch ... jeder Schuß ein Treffer. Kostproben zum Andopen, also Vorsicht, wenn Du ein Suchtcharakter bist




Es gibt Zeiten, da habe ich keine Lust, Broder & Co GmbH zu lesen, same as it ever was. Da mach ich mir dann ein Vergnügen mit den Bildchen. Nach wie vor mein Lieblingsbild von Henryk Moses Broder ist das im SPIEGEL-Essay "Der ideale Kandidat". Das Pic sehen Sie, wenn Sie den Artikel als PDF öffnen. "Henryk Moses Broder führt das Volk aus der Düsternis der Holocaust-Religion in das Reich der Broder-Seligkeit".

Moses? Das erste Pic war auf Achgut in der dritten KW 2011 mit "Moses & Kurt" untertitelt.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Das letzte und beste vom Meisterdenker Clemens Heni: In seiner eigenen Sache

"Wie Sie jedoch mit einem Agitator wie Zuckermann öffentlich auftreten können, wo dieser mit seiner Hetze namentlich auch gegen meine Person in Erscheinung tritt, das
ist so infam, perfide und absurd, dass es noch der Entwicklung von Wörtern bedarf um diesen Sachverhalt adäquat zu fassen."
(Quelle; Anmerkung: ich beziehe mich hier auf die Urfassung der Post "Die verlorene Reputation der Dr. Margit Reiter" vom 11.01.2011, die im folgenden als "Version 1" bezeichnet wird; Dr. Clemens Heni hat die Urfassung in der "veränderten Version, 13.01.2011" um einige wichtige selbstreferentielle Passagen bereinigt, im folgenden "Version 2"; Fettdruck durch mich)

Schockschwerenot. Wir kennen Dr. Clemens Heni als einen Mann, der nicht Zeit und Mühe scheut, sich dem Biest unserer Tage entgegenzuwerfen, egal wo es auftritt, sei es bei Harald Schmidt, bei Prof. Benz, die um einen faschistischen Bahnhof kämpfenden Stuttgarter e tutti quanti und dabei um die richtigen Worte nicht verlegen ist, so hat er die besagten Stuttgarter treffend dadurch gekennzeichnet, dass sie "nicht ganz knusprig" sind. Was zum Donner ist jetzt passiert, dass Dr. Heni die Spucke wegbleibt, gegen wen schleudert er den Bannfluch, das Anathema, wie es weiland die Kirche bei schwerwiegeneden Fällen von Sünde ohne Wille zur Umkehr verhängt hat?

Die fragliche Person ist eine Dr. Margit Reiter, Dozentin am Institut für Zeitgeschcihte an der Universität Wien; forscht unter anderem über Israelkritik, Antisemitismus und Antiamerikanismus in Europa. Nach Dr. Clemens Heni ist sie ein absoluter "no-name"

"In der internationalen, wissenschaftlichen pro-Israel, gegen Antisemitismus, Neonazismus und Islamismus gerichteten Community sind Sie auch ein no-name, warum auch immer." (Version 1),

ganz im Gegensatz zu ihm, wie er in Version 1 nicht müde wird, so ausführlich wie geboten und gerade nötig hervorzuheben


Was hat dieses unsägliche Frauenzimmer, diese Null verbrochen?

Das Frauenzimmer hat einen Prof. Moshe Zimmermann [auf Hinweis von Lesern korrigiere ich: Moshe Zuckermann] zur Präsentation und Diskussion seines neuesten Buches "Antisemit! - Ein Vorwurf als Herrschaftsinstument"  in das Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien eingeladen. Wie z.B. Prof. Micha Brumlik vertritt auch Moshe Zimmermann [dito] u.a. die These, dass eine Gruppe von Autoren wie Henryk M. Broder, Matthias Küntzel, Benjamin Weinthal und Clemens Heni (namentlich genannt) in ihrem Elan, der Bestie des Antisemitismus entgegenzutreten und ohne Wenn und Aber für  Israel einzustehen, systematisch über das Ziel hinausschießen und damit kontraproduktiv werden. U.a. haben sie nach Micha Brumlik Prof. Benz "zumindest in die Nähe des Antisemitismus gerückt".  Darf ein solcher Mann eingeladen werden und eine solche These an einem Universitätsinstitut pro und contra diskutiert werden? Nein, postuliert Dr. Clemens Heni

"Was besonders schockiert ist die Tatsache, dass Sie als angeblich seriöse Historikerin oder Politikwissenschaftlerin einem Mann eine Plattform geben, der ganz offen gegen Juden wie Henryk M. Broder und Benjamin Weinthal wie auch gegen andere Kritiker des Antisemitismus wie Dr. Matthias Küntzel oder meine Person offen Hetze betreibt und natürlich – in dieser Hinsicht ganz ähnlich wie Neonazis – kleine Details völlig falsch zitiert" (Version 2)

Es wird das bleibende Verdienst Dr. Clemens Henis bleiben, aufgedeckt zu haben, dass eine strittige Tagung des ZfA in einer Verlagsanzeige des Promedia Verlags für Zimmermanns [dito] Buch  falsch datiert wurde, statt auf den Dezember 2008 auf den Dezember 2009.

Kleine Details völlig richtig zu zitieren halte ich wie Dr. Clemens Heni für minima moralia wissenschaftlicher Arbeit.  Frau Dr. Margit Reiter fragt er

"Sie sagten in Wien, wie mir berichtet wurde, dass Benz als „Antisemit“ bezeichnet würde. Wo ist Ihre Quelle?" (Version 2)

Halten wir fest, dass Clemens Heni hier ausführt, dass Prof. Benz sich von seinem Doktorvater, einem Nazi und ganz elenden Feigling nie distanziert habe, dass er den Antisemitismus via Muslimmarkt fördere, dass er durch "Gleichsetzung" von Antisemitismus und Islamkritik, fälschlicherweise von Benz als "Islamophobie" charakterisiert, den Antisemitismus fördere und damit das Präzendenzlose der Shoah derealisiere; an anderer Stelle - ich habe darüber berichtet -  hat Clemens Heni darauf hingewiesen, dass er durch diese Gleichsetzung entweder den Holocaust leugne oder ihn fortsetze. Halten wir jedoch fest, dass Dr. Heni (und die weiteren postapokalytischen Reiter, an deren Heimsuchung nicht nur Prof. Benz mit shock and awe zurückdenken) Prof. Benz nie als "Antisemiten" bezeichnet habe. Das wird man sich merken müssen. Wenn jemand einen Einwand gegen my way, kleine Details richtig zu zitieren, hat, möge er sich bitte melden.

Darüber hinaus verbietet sich eine Diskussion mit Prof. Zimmermann [dito] schon dadurch, dass er persönlich nicht ganz kosher oder knusprig ist

"Nun ist Zuckermann als Feind Israels und Freund von Holocaustleugnern bzw. des direkten Umfelds von Holocaustleugnern wie von Norman Finkelstein bekannt." (Version 2)

Weil es auf die kleinen Details ankommt, möchte ich Dr. Clemens Heni um eine Antwort bitten: Man kann ja über Norman Finkelstein alles mögliche sagen, neu ist mir jedoch, dass er ein Holocaustleugner sein soll. Wo bitte, Dr. Heni, ist Ihre Quelle?

Stellen wir weiterhin fest, dass Dr. Heni nirgendwo behauptet, dass Dr. Margit Reiter Antizionistin, gar exterminatorische Antizionistin sei, dass er jedoch sein Anschreiben an sie  so abschließt

"Sie persönlich, Frau Reiter, unterstützten mit der gestrigen Veranstaltung die Destabilisierung des jüdischen Staates Israel. Ein winziger Beitrag, sicher.
Aber einer, der unendlich schmerzt. Er zeigt, was deutsche und österreichische Forscherinnen und Forscher im Innern anzutreiben scheint.
Schließlich haben mich weitere Berichte über die Veranstaltung erreicht. Ein anonymisiertes Zitat fand ich bemerkenswert, da es zwar konkret um die VA mit Zuckermann geht, jedoch die Sprache und Herangehensweise von Akademikerinnen und Akademikern generell gemeint ist:
 „Wenn das Wort Holocaust fiel (von Shoah war nicht die Rede), dachte ich, es geht ihr um einem Auto- oder Skiunfall.“" (Version 2)

Also wenn das keine maskierte Holocaustleugnung state of the art ist! Hier haben Sie Clemens Henis work in progress, hier können Sie ihm auf die Finger schauen, wie z.B. von einem Einzelfall auf die community deutscher und österreichischer Forscher geschlossen werden kann; kalt sind sie, wie Hundeschnauzen.

Hat Dr. Heni seine eigene Reputation wieder hergestellt, indem er die von Frau Dr. Reiter lege arte auseinander nahm? Tja, die Lage ist nach wie vor nicht gut für Dr. Heni. Während solche Flachzangen wie Frau Dr. Reiter eine Dozentur an einem Universitätsinstitut besetzt halten, muss er, trotz bester Reputation und allerbesten Verbindungen, seine Brötchen als "research fellow" des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism (SICSA), Hebrew University, Jerusalem  backen. Helft Dr. Clemens Heni endlich! Jetzt bewirbt er sich schon via San Diego Jewish World

"We have to teach German and European history, the Shoah and anti-Semitism.
In order to fight anti-Zionism and Israel hatred we have to be aware of history, too. Scholars have the responsibility to teach history accurately.
These are the reasons I would be happy to teach in the United States of America." (Quelle)

Amerika, du hast es besser, erbarme dich unser. Nimm Dr. Heni, he would be very, very happy. Holocaust Teachings sind die schönste akademische Laufbahn der Welt. I can´t help, wenn ich mir Dr. Heni als prominenten scholar der Antisemitismus- und Holocaust-Forschung vorstelle, sucht mich diese Überlegung heim

Weil sie letztlich nur "eingebettete" Experten brauchen können, bringen diese Disziplinen keine echten Wissenschaften hervor und erschweren den Übergang zum Niveau nicht-selbstbedienender Theoriebildung (Peter Sloterdijk, Du mußt Dein Leben ändern, Frankfurt/M, 2011, S. 683)

Nachtrag: Schmok: Denunziant des Tages: Clemens Heni

Mittwoch, 5. Januar 2011

Dienstag, 4. Januar 2011

Jahresrückblick 2010, Vom Deutschen Wesen bis zum Frieden im Gelobten Land

2010 verweht. "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?" (Mattheus 7:16)

Ich möchte wieder darauf hinweisen, dass es sich bei den Einzig Wahren Freunden Israels nicht um eine Verschwörung, sondern um einen  „koadaptiven Mem-Komplex“ (Richard Dawkins) handelt; wenn es sich um eine „zionistische Verschwörung“ handeln würde, hätte der Mossad sein Bodenpersonal noch fahrlässiger ausgesucht als der Allerhöchste.

Ich mache hier keine Quellenangaben; vertrauen Sie mir, dass ich korrekt zitiere;  auf Anfrage kann ich Ihnen die Quellen und Kontexte nennen. Sofern nicht anders vermerkt sind alle Zitate dem Genius Henryk M. Broders entsprungen. Treten Sie ein, Sie werden schon nicht den Kopf verlieren, Sie werden hier auf ein bemerkenswert hochkonsistentes Weltbild, in dem der Satz vom Widerspruch nicht gilt, stoßen. Incipit:

Weihnachten 2010 war eine publizistische Zeitenwende, der Börne unserer Zeit, der „Polemiker“ vor dem Herrn wechselt ohne großes Aufsehen vom SPIEGEL zur Welt-Gruppe des Axel Springer Verlags.  Der Chefredakteur aller Welt-Titel,  Jan-Eric Peters, begrüsst ihn als „hemmungslosen Freiheitskämpfer“.

Montag, 3. Januar 2011

Hiram7 Review, Zum Ausklang eines Jahrzehnts der Angst und der Hoffnung

Nirgendwo anders habe ich eine bedenkenswertere Fragestellung zum Jahreswechsel vorgefunden als auf Hiram7 Review, bei meinem unwilligen und störrischen Freund David Berger a.k.a. Narcisse Caméléon

"Was ist ein Menschenleben wert in einem vom Informationsüberfluss behafteten Zeitalter? Was ist der Menschen Leben im Zeitalter des “letzten Menschen”, in dem Freizeit Freiheit definitiv begraben hat?"

David Berger hat, ihm sei herzlich gedankt,  ein Tondokument ausgegraben, auf dem Martin Heidegger das Gedicht "Was ist des Menschen Leben?" von Friedrich Hölderlin vorliest. Eine Lichtung des Seins. Für uns heutige Ohren ein Lesen und Vorlesen, das alles, nur nicht professionalisiert ist. Hiram7 Review.

Freitag, 31. Dezember 2010

Claudio Casula? Was macht der Frieden im Gelobten Land?

Klar bin ich in dieser kleinen Zwischeneiszeit lieber an der frischen Luft.  Es ist gespurt ins nächste Jahr, der Horizont ist greifbar, man überschreitet keine Linie, man geht nicht verloren.


Aber ein Anliegen habe ich noch in diesem Jahr 2010, nämlich Rolf Behrens a.k.a. "Claudio Casula" und seine Friedensexperten von Spirit of Entebbe nach dem "Friedensprozess" im Gelobten Land zu befragen. "Claudio Casula" (a.k.a. "eisealuf") hat uns immer wieder luzide dargestellt, dass das Besatzungsregime, nein, sagen wir besser Protektorat (Schutzgebiet) in den biblischen Stammlanden Samaria und Judäa, das bei weitem beste und wohltätigste ist, das es seit Erschaffung der Welt gab, und dass der Frieden dort schon längst ausgebrochen wäre, hätten ihn nicht die Blockadekräfte, Halunken, Jammerlappen, Traumfabrikanten der "Palästinenser" und ihre fellowtraveller all over the world (selbsthassende Juden und andere Antisemiten) Tag für Tag hintertrieben. Ich habe mich z.B. hier und hier und hier und insbesondere hier "Heplev meets spirit of entebbe: Plattmachen"  gerne an Claudio Casulas nüchternem Realismus orientiert.

Besinnung, Ruhe und Standfestigkeit tun not, gerade in einem Konflikt, über den der große französische Denker Jacques Derrida geraunt hat

"Der Krieg um die >Aneignung von Jerusalem< ist heute der Weltkrieg. Er findet überall statt, er ist die Welt, er ist heute die singuläre Figur ihres >out-of-joint<-Seins." (Marx´Gespenster, Frankfurt a.M. 1995)

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Henryk M. Broder, hemmungsloser Freiheitskämpfer

Jetzt ist es offiziell. Es ist zusammengewachsen, was zusammen gehört. Der langjährige Seitensprung wird legalisiert. Henryk M. Broder schreibt jetzt exklusiv in der WELT-Gruppe. Einer der langen Kerls der Axel Springer AG, Jan-Eric Peters, hat Broder eine Arbeitsplatzbeschreibung auf den Leib geschneidert, die nichts zu wünschen übrig lässt, Mission "hemmungsloser Freiheitskämpfer".

Gier ist (oder war?) gut, hemmungslose Gier besser? Kinderliebe ist gut, hemmungslose Kinderliebe besser? Freiheitskampf ist gut, hemmungsloser Freiheitskampf - das muss besser sein. Und das in einem Haus, das peinlich unterscheidet, was "legitime" "Israelkritik" ist (fast nichts) und was "hemmungsloser Antisemitismus" (fast alles). Auf jeden Fall hat H.M.B. jetzt die Lizenz, der zu sein, der er war, ist und sein wird. Und wir dürfen erwarten, dass der längst fällige Befreiungsschlag, in BILD Michel Friedman als "selbstverliebtes Riesenarschloch" charakterisieren zu dürfen ("So, das musste mal gesagt werden") nicht der dernier cri bleibt. "Gib nur erst acht, die Bestialität / wird sich gar herrlich offenbaren".

Hier lacht der Chef.

Montag, 27. Dezember 2010

Fröhliche Weihnachten mit Henryk M. Broder

Mon Dieu, mehr als ein Monat ist seit meiner letzten Intervention vergangen. Diejenigen, die auf eine neue Post bangend oder händeringend gewartet haben, bitte ich um Verständnis; es gibt auch Anderes im Leben als einen Blog warten, und mag er noch so wichtig sein. Auch muß ich gestehen, dass ich nach Henryk M. Broders Verfeinerung seines discours de la méthode "Ich bin nicht nur zu jeder Dummheit, ich bin auch zu jeder Geschmacklosigkeit bereit." (Quelle) geschafft, am Boden, demoralisiert war. Das war ein knock-out, den Gevatter Broder meinem Narzißmus versetzte. Mit einem Gegner in den Ring zu steigen, der keine Fallhöhe hat! Sich über einen Hanswurscht lustig zu machen, heißt das nicht, sich lächerlich zu machen? Oder bin ich gar der letzte, der ihn cum grano salis ernst und wichtig nimmt? Hier hilft wohl nur noch, sich zu besaufen? Uns ist gar kannibalisch wohl / als wie fünfhundert Säuen. - Mephistopheles: Das Volk ist frei, seht an, wie wohl´s ihm geht! - Faust: Ich hätte Lust nun abzufahren. - Mephistopheles: Gib nur erst acht, die Bestialität / wird sich gar herrlich offenbaren. ...


Nun so richtig sauwohl ist mir bei solchen Exzessen nicht. Dieser modus vivendi reizt die Magenschleimhaut. Außerdem lässt sich nicht übersehen, dass das Repertoire des Maitre doch ein sehr begrenztes ist; auf dem Autorenblog "Starke Meinungen" charakterisiert Prof. Klaus Kocks ihn mir nichts, dir nichts als "Rollenkasper", einfach so, während ich gelehrte Essays pro et adversus Broder zu schreiben pflege.

Wollen wir dieser Hypothese ("Rollenkasper") auf den Zahn fühlen? Wie bekannt ist die Weihnachtszeit die Zeit, in der man den Mitmenschen am besten kennenlernen, ihm ins Herz schauen kann. Wie feiert Broder Weihnachten? Hier sein Wunschkonzert 2010 (Meister "Fundstück" ist eine seiner vielen Personifikationen)


Zu unserer Bringschuld zur Integration gehört, dass wir  keinem unserer Beutedeutschen, schon gar nicht einem, der nach Thilo Sarrazin der Prototyp der Intelligenzbestien und Kulturbereicherern ist, die wir liebend gerne bei uns aufnehmen, verargen, dass er das Geburtsfest des Herrn Jesus Christus so feiert (oder auch nicht feiert) wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Ob Henryk M. Broder einen kleinen Distinktionsgewinn dank der Gnade seiner Geburt einfährt oder den kleinen Minderwertigkeitskomplex eines Mannes, den die Natur nicht zum natural born womanizer gemacht hat, kuriert, oder ob das noch viel harmloser ist, das sei dahingestellt. Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Kennen Sie das "schönste Weihnachtslied aller Zeiten, ein Ohrwurm, der einen bis Ostern nicht loslässt"?  Broders X-mas Top Charts anno Domini 2007 sind nach wie vor aktuell und brandheiss. Ich kenne kein Antidot gegen diesen Ohrwurm. Also, wenn Sie nicht wollen, dass Ihnen "Rudolph The Red-Nosed Reindeer" bis Ostern oder Pessach in den Ohren klingelt und dann heraushängt, machen Sie den Link nicht auf.  Ich bin seit 2007, seit ich unvorsichtigerweise diesen Link geöffnet habe und Broder mich anfixte, junkie. Hier habe ich an Leib und Seele erfahren, wie recht der Dichter hatte, als er sagte "... das Schöne ist alles Schrecklichen Anfang."

Also: ist Henryk M. Broder ein "Rollenkasper" oder immer wieder für eine Überraschung gut? In diesem Sinne merry yultide from Potsdam!

P.S. ich bin halbwegs rehabilitiert. Der Springer Verlag nimmt Henryk M. Broder ebenso so ernst wie ich und bietet ihm einen Exklusivvertrag. Auch fortschreitender Alzheimer wird ihn nicht hindern,  auf dem Boulevard der Dämmerung provokant zu sein. Hier zum Mediencoup.

Samstag, 18. Dezember 2010

Potsdam glänzt

Die Herrschaften vom PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) lassen ihre Seele baumeln und freuen sich über eine kleine Zwischeneiszeit. Heute war ein strahlender Wintertag - und Potsdam glänzte. Kommen Sie mit auf einen kleinen Spaziergang, trockener Schnee knirscht unter den Füssen ....

Montag, 22. November 2010

Dr. Mathias Döpfner, Ein Prophet und seine Erfolgsmodelle

Mit dem Diktum

"Israel and Europe should have an understanding of absolutely common interests in the defense of democracy and the values of the free Western world.... " (Quelle)

hat sich Dr. Mathias Döpfner, CEO des Axel Springer Verlags,  in das Netzwerk mit lediglich bloßen Beziehungen der einzig wahren Freunde Israels eingereiht (Achtung! Es gibt hier keine Konspiration, keine Abstimmungen, keine Befehlsketten). Er spielt in einer  ganz anderen Liga, hat auf der Geisterbahn dieses Blogs nur Cameo-Auftritte. Ich habe über dieses Diktum vor einem Jahr in der Post "Hat Dr. Mathias Döpfner Axel Caesar Springers Unternehmensgrundsätze präzisiert?" meditiert.

Anläßlich der anschwellenden Irland-Krise habe ich mich daran erinnert, dass ich einst darauf hingewiesen habe, dass auch ein verdienter und erfolgreicher Unternehmens- und Meinungscondottiere im Großen und Ganzen irren kann (Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten). Und dies in einer paradigmatischen Auseinandersetzung mit dem paradigmatischen Antipoden Günther Grass, es war noch  2006, also sprach Dr. Döpfner:

"Der Kapitalismus in Deutschland ist eine fett und träge gewordene Hauskatze. Herr Grass, wenn wir uns die Wirklichkeit in Deutschland angucken und vergleichen sie mit erfolgreich deregulierten Gesellschaften wie Australien oder Kanada, dann frage ich mich, warum wir das immer noch so ideologisch betrachten. Warum vergleichen wir nicht einfach die Erfolgsmodelle, in Europa etwa Irland und England, mit den Misserfolgsmodellen, etwa Frankreich und Deutschland: Dort geht die ohnehin schon niedrige Arbeitslosigkeit runter, hier die hohe rauf." (Quelle)

Was hat der widerborstige schnurrbärtige Günther Grass, der ewige Trommler,  geantwortet?

"Erklären Sie mal den Leuten, die heute arbeitslos sind, warum gerade jetzt wieder die Gewinne explodieren und für die Menschen kein Mehrwert geschaffen wird. Da schluckt eine Firma die andere, um Leute zu entlassen. Dafür soll ich den Kapitalismus lieben? Ich mache mir eher Sorgen um den Kapitalismus. Als Sozialdemokrat würde ich meine Partei auffordern, den Kapitalismus zu retten, denn wir haben leider nur noch diese eine Möglichkeit. Der Sozialismus kommunistischer Prägung hat völlig versagt, das wissen wir; der Kapitalismus ist übriggeblieben. Den müssen wir jetzt zivilisieren. Das hat Helmut Schmidt gemeint, und der ist ja weiß Gott kein Linker."

Wo ich Günther Grass zustimme, Dr. Döpfner widerspreche: Im Vergleich zu Irland und England ist Deutschland ein Erfolgsmodell. Retten wir den Kapitalismus. Macht Dr. Döpfner mit? Oder will er noch erfolgreicher deregulieren? Ich bitte, an die Sache ideologiefrei heranzugehen.

Mittwoch, 17. November 2010

Henryk M. Broder. Kurzbewerbung für das Dschungelcamp

BRODER: Ich bin nicht nur zu jeder Dummheit, ich bin auch zu jeder Geschmacklosigkeit bereit. (Quelle)

1. Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!
2. Wehe, Ihr nehmt mich nicht ernst! Ich kann auch ganz anders, arschgeigen, ich lass euch nicht auf  mein klo.
    (Hier bitte nachschauen)

Entweder Broder. Oder Matussek. Entweder Leidkultur Oder Leitkultur

Matthias Matussek postuliert:

"Wir müssen darüber sprechen, wer und was zum Kanon der deutschen Leitkultur gehört. Ohne Zynismus, ohne Hysterie. Das ist interessant nicht nur für die anderen, sondern auch für uns selber. 
...Wir sind, was die anderen nicht sind. Nur, wer sind wir?

...Wer wäre bei uns auf der Liste? Ganz sicher Heinrich Heine, Feuerkopf und “Loreley”-Dichter, der von Zensur und Polizei außer Landes getrieben wurde und im Pariser Exil lebte, der von dort aus Deutschland verspottete, sich aber heimlich zurück über die Grenze stahl in seinem “Wintermärchen”.
“Und als ich die deutsche Sprache vernahm / da ward mir seltsam zu Mute / ich meinte nicht anders, als ob das Herz / Recht angenehm verblute.” Wie viel Tiefe und wie viel Liebe das hat! Und wie viel kulturlose Gedankenlosigkeit verrät das Empörungsbeben der Grünen Claudia Roth, die deutsche Sprachtests für Einwanderer “Zwangsgermanisierung” nennt. Wir haben die Wahl zwischen Heines poetischem Patriotismus oder dem ewiggestrigen, dickfelligen Multikulti-Sirtaki einer Stadtfestindianerin, die mit jedem Stampfer ihrer touristischen Lebenslust ein politisches Statement abgibt. Einige haben sich bereits entschieden."

Nur, wer sind "wir"? Ich stimme Ihnen aus vollem Herzen zu, dass das entscheidende Kriterium nicht sein kann, ob jemand authochton ist oder Mihigru hat. Interessant ist auch die Überlegung, dass das mit Tiefe und Liebe (und Er-Kenntnis) zu tun haben könnte.

Was ich nicht ganz verstehe, ist dass Sie Heinrich Heine mit Claudia Roth vergleichen. Man kann ja alles mit allem vergleichen, den Homo Sapiens mit einem Nilpferd, weil beide schnaufen, aber trägt das über einen Lacher hinaus zum Erkenntnisprozess, zur Wahrheitsfindung bei? Ist das nicht ein bißchen unter Ihrem Wert, Claudia Roth, die bei aller Peinlichkeit nicht alleinverantwortlich für den Niedergang der deutschen Kultur ist, preisgünstig abzuwatschen? Wäre es nicht um einiges produktiver und intellektuell herausfordernder, exemplarisch Heinrich Heine mit Henryk M. Broder, dem "Börne unserer Zeit" (Helmut Markwort), zu vergleichen, wie es einst Richard Wagner getan hat (Einstieg und Problematik) und dabei auch en passent den Erlösungsquatsch des nicht nur in dieser Frage irrenden großen deutschen Künstlers Richard Wagner auf Vordermann zu bringen?

Über Heines Antipoden Ludwig Börne hat Wagner dies ausgeführt:

"Noch einen Juden haben wir zu nennen, der unter uns als Schriftsteller auftrat. Aus seiner Sonderstellung als Jude trat er Erlösung suchend unter uns: er fand sie nicht und mußte sich bewußt werden, daß er sie nur mit auch unsrer Erlösung zu wahrhaften Menschen finden können würde. Gemeinschaftlich mit uns Mensch werden, heißt für den Juden aber zu allernächst so viel als: aufhören, Jude zu sein. Börne hatte dies erfüllt."

Sie, lieber Matthias Matussek können, gewitzt durch die Geschichte, Bezug nehmend auf den Börne unseres Milleniums, Henryk M. Broder, eine ganz andere Geschichte erzählen und andere Konjekturen ziehen. Broder nimmt ja zusammen mit seinem Kopiloten Ahmed Abdel-Samad kein Blatt vor den Mund:

"Wir Beute-Deutsche sind die neuen Deutschen. Das heißt nicht, Deutscher zweiter Klasse zu sein. Ganz im Gegenteil. ...Aber ich muss zugeben: Mir sagt der Begriff auch wenig. Ich bin einfach nur Deutscher. ...Die meisten autochthonen Deutschen haben ein schreckliches Problem damit, Deutsche zu sein. Und sie missgönnen den Beute-Deutschen ihre Fröhlichkeit darüber, Deutsche zu sein. ... Sie kommen in Deutschland heute ja nicht weit ohne Migrationshintergrund. Wenn Sie sagen, Sie sind ein gewöhnlicher Deutscher aus dem Sauerland und essen gerne Königsberger Klopse - mit dieser Biographie können Sie doch nichts werden. ...Für die autochthonen Deutschen ist das Deutschsein mit Leiden und Schwermut verbunden, mit diesem ganzen schweren Gepäck im [sic!] Rücken. Ich habe das alles nicht. Ich reise mit leichtem Gepäck....Die Deutschen machen sich das Leben gerne schwer... Eine deutsche Passion. Uns Deutschen fehlt immer noch eine gewisse Leichtfüßigkeit." (Quellen: Tagesspiegel, Augsburger Allgemeine)


Auf dem Weg zum leichtfüssigen Deutschtum gibt es noch ein kleines Hindernis beiseitezuräumen, nämlich, dass die Deutschen auch gerne eine unbeschwerte Deutschland-Party mit allem Drum und Dran (z.B. WM-Nationalismus, Lena-Nationalismus) feiern, obwohl Auschwitz erst gestern war, das ist auch nicht recht. An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich Broders Ernstmacher Alex Feuerherdt a.k.a. Lizas Welt um seine Überlegungen bitten, wie wir Deutschen das schwere Gepäck im [!] Rücken los werden, uns das Leben leichter machen können. Gut, aber das ist nur ein Nebenwiderspruch, ein Nebenkriegsschauplatz.

"Wir müssen uns identifizieren" postulieren Sie, lieber Matthias Matussek, "Und nun stellt sich die Identitätsfrage neu. Und zwar durch die Migranten, die wir “integrationsunwillig” nennen. Durch diejenigen also, die nun ihr Eigenes in unsere Gemeinschaft importiert haben. Ihre Religion, ihre Sitten, ihre Traditionen, ihre Sprache. Und die daran ganz natürlich festhalten. Sie sollen nun so deutsch wie möglich werden. Allerdings, und da hat die türkische Journalistin Mely Kiyak völlig recht: “Wieso erwartet man von uns überhaupt, dass wir uns mit Deutschland identifizieren, wenn selbst die Deutschen es nicht tun?” Wo sie recht hat, hat sie recht. Wir haben Probleme mit uns. Tradition? Eher nicht."

Ist Henryk M. Broder, "BeuteDeutscher", "integrationswillig" oder eher nicht, wenn er auf seiner Deutschland-Safari ausführt "Wenn du dich scheisse benimmst und keiner nimmt es dir übel, dann bist Du integriert" oder wenn er auf die Feststellung "Richtig verwurzelt sind Sie nirgends." antwortet "Doch, bei Visa, bei American Express, bei Mastercard und seit kurzem hab ich auch ´ne ADAC-Card. Ich finde, das gehört zur Heimat" (Quelle)? Ist das nicht die Krone der Schöpfung, die höchste Stufe der Evolution des Homo?

Ich befürchte, dass Sarrazin mit "Wanderers Nachtlied", ich mit meiner Sorge um den Nachwuchs für Bachchöre, Sie mit Ihrem Goethe-Fimmel im schönen Neuen Deutschland eines Bohlen & Broder heillos von gestern sind, kauzige Sonderlinge, die wie die Gestalten in Fahrenheit 451 memorierend durch die Wälder Deutschlands im Abendlicht streifen. "Deutschland schafft sich ab", in der Tat, wenn die Schösse nicht mehr fruchtbar sind. Das kann man ja ganz wertneutral wie Henryk M. Broder sehen

"Ich würde an Sarrazins Buch etwas anders kritisieren, und zwar den Titel, der mir wirklich eine falsche Programmatik andeutet: “Deutschland schafft sich ab”. Wissen Sie, das sagt erst mal gar nichts, das kann gut sein oder das kann schlecht sein. " und

"Ja. Europa wird anders werden, und das ist die einzige Chance, die es überhaupt noch hat: sich mit den Leuten, die es eigentlich gar nicht haben will, zu revitalisieren. Die Frage ist nur, ob es sein politisches System aufgeben will. Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben." (Quelle)

Der Mann bleibt sich treu. Tiefe und Liebe in unserer Zeit.