Sonntag, 24. Oktober 2010

Bernd Dahlenburg a.k.a. Castollux, Clemens Heni und Jesus Christ

Über Dr. Clemens Heni und seine Diatribe gegen das Zentrum für Antisemitismusforschung, dass die an ihm arbeitenden "so-called scholars" "exactly the wrong lesson" aus dem Holocaust vertreten, damit entweder den Holocaust leugnen oder ihn fortsetzen, habe ich hier und hier berichtet. In einem offenen Brief habe ich Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Publizistik und Blogosphäre auf diesen zumindest diskussionswürdigen Gegenstand aufmerksam gemacht. Mit Erlaubnis Bernd Dahlenburgs veröffentliche ich seine Kritik an meiner Interpretation und Aktion. Sie haben hier nun Gelegenheit, die Standpunkte zu überprüfen und gegeneinander abzuwägen.



Mail Kaufmann, 21.10.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Sie auf eine Verleumdung von Dr. Clemens Heni gegen das Zentrum für Antisemitismusforschung im besondern und gegen Deutsche im allgemeinen hinweisen:

In der Post "Journal for the Study of Antisemitism (JSA) conference on Muslim anti-Semitism " hat Dr. Clemens Heni u.a. publiziert:

I am a German. I have a responsibility to learn the right lessons of the Holocaust. When other Germans learn exactly the wrong lesson, they are continuing that Holocaust. I cannot remain silent.

"Indeed, I have recently interviewed Clemens Heni, who confirmed that many so-called scholars of German anti-Semitism are now more interested in “Islamophobia” than in anti-Semitism. According to Dr. Heni, this is another form of either Holocaust denial or a way to continue the Holocaust” (Phyllis Chesler)


Dies wurde auch in dem Report  von JanSuzanne Krasner auf der Seite des Journal for the Study of Antismitism  publiziert.

Wie bekannt, gibt es gerade auch im Bereich der Erforschung des Antisemitismus erbitterte Kontorversen. Sie müssen nicht mit den Forschungen und den Folgerungen des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin übereinstimmen, Sie mögen sie als schädlich ansehen oder gar, wie Dr. Heni es ausdrückt, als "exactly the wrong lesson". - ich denke jedoch, dass es tief unter allen denkbaren  Standards wissenschaftlicher Auseinandersetzung ist, daraus eine Beschuldigung und Diffamation abzuleiten, dass dies heisst "they are continuing that Holocaust" oder "this is another form of either Holocaust denial or a way to continue the Holocaust.". In meinen Augen ist das empörend und ich möchte Sie fragen, ob Sie diese Beschuldigung für angemessen oder unangemessen finden.  Ist diese Diffamation, die von Dr. Heni und im Journal for the Study of Antisemtism verbreitet wurde, in der scientific community der Antisemitismusforscher irrelevant und chickenshit oder nicht unerheblich? Die Editoren des Journal of Study of Antisemitism habe ich gebeten, darüber nachzudenken, ob die Informationen Dr. Henis über die Forschungen des Zentrums für Antisemitsimusforschung ebenso valide sind wie seine Gleichung "exactly the wrong lesson" und "continuing the Holocaust".

In meinen Augen ist die Attacke Dr. Henis ein schäbiger Mißbrauch des Holocaust und eine dumme Diffamierung in einer mehr politische als wissenschaflichen Kontroverse (ich möchte vermeiden ihm vorzuwerfen, dass seine Attacke ein Zivilisationsbruch wie der Holocaust ist). Dies ist meine persönliche Intervention, ich bin in keiner Weise mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin verbunden.

Wenn Sie meine Bedenken gegen die Argumente Dr. Henis teilen, schreiben Sie bitte an
c.heni@xxx.de
jsantisemitism@xxxx.com

Wenn Sie mit meiner Initiative und ihren Gründen nicht einverstanden sind, lassen Sie mich das bitte wissen.

Mit freundlichen Grüssen

Othmar Kaufmann


Mail Bernd Dahlenburg, 22.10.2010

Herr Kaufmann,

Sie reißen wieder einmal Aussagen aus deren Kontext, wenn Sie so wie unten in Ihrer Mail vorgehen. Umsonst haben Sie ja nicht Ihre Copy-Paste-Aktion gestartet.

Eigentlich sollten Sie wissen, dass semantische Zuspitzungen  - Sie sind doch so intelligent und leseerprobt – dazu dienen, die Sensibilität des Gewissens zu aktivieren: zulässige sprachliche Mittel also, die zur Diskussion gestellt werden (können). Und wenn Sie ehrlich argumentieren würden, müssten Sie darauf  hinweisen, dass Henis Formulierung nicht per se von einer formalen und physischen Fortsetzung des Holocaust spricht, sondern von Tradierungen der Ideen bzw. Geisteshaltungen, die dem Holocaust vorausgingen und einen neuen herbeiführen könnten. Und da hat er Recht, auch wenn ich ihm in anderen Fragestellungen nicht immer folgen kann.

Wenn Sie diese Realität so vehement abstreiten, müssten Sie eigentlich die (redaktionell) überhöhten und radikalen Forderungen Jesu in der Bergpredigt als Mumpitz erachten.

Sie nehmen also für sich in Anspruch, Texte richtig zu interpretieren. Warum handhaben Sie es bei der Lektüre von Clemens Heni und Phyllis Chesler nicht ebenso?

Stattdessen arbeiten Sie mit Auslassungen und verkürzten „Erklärungsmustern“ - altbewährten Mitteln der Denunziation.

Natürlich werden Sie meine Antwort wieder als Aufhänger für eine Verdrehung meiner Beschreibung verwenden.

Machen Sie das ruhig. Dann aber bitte die komplette Mail anführen….

Und das mit der Allianz-Arena: Im irdischen Leben wird das wohl nichts mehr, wenn Sie das ZfA in Ihrem Eingangssatz als Opfer einer Verleumdungsaktion sehen. Die ZfA und insbesondere ihr ehemaliger Leiter Wolfgang Benz haben die Kritik verdient, die ihnen zukam.

Wenn Sie diesbezüglich tatsächlich so „am Ball“ sein sollten, wie Sie vorgeben, wüssten Sie weshalb.

Gruß
BD

Kommentare:

Castollux hat gesagt…

Mit Erlaubnis Bernd Dahlenburgs veröffentliche ich seine Kritik an meiner Interpretation und Aktion

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Diese Redewendung ist nicht richtig.

Sie formulieren so, als würden wir beide zusammenarbeiden, was ja wohl ein Witz wäre.

Ich habe Ihnen nicht implizit gesagt, dass ich eine Veröffentlichung wünsche, sondern lediglich festgestellt, dass es mir gleich ist, ob Sie meine Mail veröffentlichen.

Meinen sie nicht auch, dass das einen Unterschied ausmacht?

Sie arbeiten schon wieder mit semantischen Tricksereien.

Oscar Mercator hat gesagt…

@Castollux
Nun gut, ich möchte ja mit Ihnen d´accord gehen. Sie haben mir freigestellt, ob ich Ihre Mail veröffentliche.

Norman hat gesagt…

Holocaustforschung, ist das Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft, Geschichtswissenschaft, politische Wissenschaft? Von "the right lesson" und "exactly the wrong lesson" zu sprechen, wenn es, siehe, Phyllis Chesler, um politische Handlungsanweisungen geht, ist schlicht noch nicht mal "bad science", sondern "non-science", nonsense. Bedenklich für mich, dass Dr. Clemens Heni von namhaften, vielleicht einflussreichen Wissenschaftlern unterstützt wird. M.E. ist die Holocaustforschung, sofern sie nicht exakte historische Forschung ist, keine Wissenschaft, sondern Exegese und Scholastistik, erklärt nicht, sondern richtet, hat ebensowenig wie die Theologie an Universitäten etwas verloren.

Anonym hat gesagt…

Die "Holocaustforschung" in ihrer jetzigen Verfassung ist interessengeleitete "Wissenschaft", sprich Politik.

Dr. Frankenstein hat gesagt…

Sie sollten mit Clemens Heni nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. In jeder Wissenschaft gibt es obsessive Blödel und Spin-doctors.

Sola fide hat gesagt…

Solch eine Wortklauberei! Sie haben ja geschrieben mit Erlaubnis und nicht auf Wunsch von Dahlenberg! (Außerdem geht das ja auch aus der Mail von Dahlenberg hervor)

Wichtig ist doch der Inhalt der Mail!
Zitieren ist immer "aus dem Zusammenhang reißen", aber Herr Kaufmann gibt immer Quellen an und macht die Zitate daher nachvollziehbar. Wenn man nicht weiterliest: Selbst schuld!

Wenn Herr Kaufmann zuspitzt ist das eine "altbewährte Denunziation", wenn Heni dies tut, dient es nur dazu, "die Sensibilität des Gewissens zu aktivieren"!!

Aber, lieber Herr Kaufmann, Ihnen fehlt ja sowieso jegliche empathische Berichtigung sich in dieses Thema einzumischen, oder?

Aber wenigstens veröffentlichen Sie nicht "dreigleisig", das wäre ja dann "Copy-and-Paste"....

Irgendwie wundert es mich nicht sonderlich, dass Dahlenberg von merkwürdigen Sufi-Sekten belästigt wird... Jeder hat die Feinde, die er verdient!

SJ hat gesagt…

Bernd Dahlenburg ist schon Ihr Paradepferd. Ein Mann, der Koliken dabei bekommt, wenn antisemitische Vorurteilsmuster mit islamophobischen Vorteilsmustern verglichen werden, findet es angebracht, die "semantischen Zuspitzungen" eines Clemens Heni mit den "semantischen Zuspitzungen" eines Jesus zu vergleichen.

Sola fide hat gesagt…

Ach, was soll's!
Ich freue mich jedenfalls für Dahlenburg, dass er ein Fremdwort beherrscht: "semantisch" !!

Oscar Mercator hat gesagt…

@sola fide
meinen Sie nicht, dass Sie auf einer persönlichen Ebene zu nahe an Bernd Dahlenburg dran sind? Mit ihm noch ein ganz persönliches Hühnchen zu rupfen haben?
Für mich liegt die Ebene der Auseindersetzung eher auf Ebene der Haltungen, Einstellungen, Denkweisen etc.
Ich muss allerdings eingestehen, dass gerade auch durch Bernd Dahlenburg irgendetwas auf der persönliche Ebene bei mir angesprochen wurde; sonst hätte ich ihn nicht zur Fahrradtour nach Potsdam eingeladen oder gefragt, ob wir nicht gemeinsam in die Allianz-Arena gehen. Vielleicht leigt es am Unbedingten, dass bei ihm Persönliches und "Sachliches" eine Einheit bilden, nicht getrennt werden können. Wenn Feind, dann auf allen Ebenen, wie der Belzebub.

Castollux hat gesagt…

@Mercator

ziemlich billig, eine meiner E-Mail-Adressen (sola_fide@web.de) dazu zu benutzen, um eine fremde Identität zu kreieren, die überhaupt nicht existiert.

Ich kann Ihnen nur raten, dieses miese Spielchen so schnell wie möglich abzubrechen.

Haben Sie mich verstanden?

Oscar Mercator hat gesagt…

@Castollux
Ich habe nicht angenommen, dass Sie hinter sola fide stehen. Dem Kommentator unter diesem Namen habe ich gesagt, was von meiner Seite aus zu sagen ist.
Und bitte, zupfen Sie sich an Ihrer eigenen Nase, haben Sie die Produktion von "Scheinwerfer" und "Sudeloscar" schon vergessen?

Oscar Mercator hat gesagt…

@sola fide
ich habe mir den Einwand Bernd Dahlenburgs überlegt. Ich finde es auch nicht gut, wenn Sie seine Erkennungsmarken, Embleme für sich nutzen. Da es Ihnen ja hauptsächlich um Bernd Dahlenburg geht, müssten Sie sich auf seinem Blog mit ihm auseinandersetzen oder einen speziellen Bernd Dahlenburg Blog führen. Also, ich bitte Sie, wenn Sie ein Pseudonym nutzen, in Zukunft sich mit einem anderen zu beteiligen.

Anonym hat gesagt…

@Norman
Einspruch: Es geht hier um Wirkungsgeschichte und deren Interpretation und Exegese gehört an die Universitäten.

Norman hat gesagt…

@Anonym
Einverstanden. Gehört doch in die Universität. Wird dann Dr. Heni auch diesen Blog analysieren? Wäre nicht uninteressant. Ich freue mich auf die Fußnoten.

Oscar Mercator hat gesagt…

@sola fide, Der Ewige Sündenbock, etc.
Ich werde Ihre Kommentare nicht mehr veröffentlichen. Sie wissen warum. So billig legen Sie mich nicht rein. Hatte ich bisher angenommen, dass Sie jemanden mit Problemen mit B.D. wären, gehe ich nach den letzten Kommentaren davon aus, dass Sie der wiederaufstandene Barthelmy sind. Ich habe Ihre Kommentare an B.D. weitergeleitet. Das ist Ihr Adressat und dort sind sie besser aufgehoben als bei mir.

Castollux hat gesagt…

Oscar Mercator hat gesagt...

@Castollux

Ich habe nicht angenommen, dass Sie hinter sola fide stehen. Dem Kommentator unter diesem Namen habe ich gesagt, was von meiner Seite aus zu sagen ist.

Und bitte, zupfen Sie sich an Ihrer eigenen Nase, haben Sie die Produktion von "Scheinwerfer" und "Sudeloscar" schon vergessen?


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Was soll ich produziert haben?

Haben sie noch alle Tassen im Schrank?