Samstag, 31. Oktober 2009

Gott sei dank, Henrykes geht den steilen Weg

Wir dürfen aufatmen, Henrykes Modest Broder, wird die Ochsentour durch die jüdischen Gemeinden machen

"Ich habe den Durchblick ... Ich kann Situationen beurteilen...Ich bin ziemlich chancenlos, klar. Aber es wäre überhaupt nie in der Welt etwas bewegt worden, wenn die Leute sich vorher überlegt hätten, welche Chancen sie haben. Die Chancen von Kolumbus, Amerika zu entdecken, waren minimal ...Wenn jemand wie Rainer Brüderle Minister werden kann, dann habe auch ich gute Chancen, Zentralratspräsident zu werden." (Quelle: hier und hier)

Hat nicht Columbus lange über den Seeweg nach Indien nachgedacht (und dabei die Welt als Kugel vorausgesetzt), in der Politik sehr dicke Bretter gebohrt und sich gute Chancen ausgerechnet? Dass dann Amerika im Weg lag und von ihm entdeckt wurde, ist eine andere Geschichte. Macht nichts, lieber Henryk, Deine Parallelisierungen verraten den Durchblick, der sich nicht durch Petitessen beirren lässt. Vielleicht werden Sie nicht Präsident des Zentralrats, sondern gleich Bundespräsident und lösen "Horst" ab? 

Henryk M. Broder in seinem Lauf halten nicht Ochs und Esel auf, schon gar nicht der "Krawattenmann des Jahres 2000" Michel Friedman. Hier "...und Friedman hat ihn nicht" (nämlich den Durchblick, den Broder hat) präsentiert Henrykes in der Hochstimmung des erfolgreichsten Nimrods aller Zeiten ("Leichen pflastern seinen Weg") die Jagdstrecke, die Trophäen, Michel Friedman und gentlemanlike gleich noch den Kopf von Friedmans Gattin Bärbel Schäfer mit. Was erstaunt, ist, dass Michel Friedman und Bärbel Schäfer bei diesen Plattschüssen immer noch Lebenszeichen von sich geben.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Henryk Modest am Scheideweg


Bildquelle: Palazzo Farnese, Rom, Annibale Carracci, Herkules am Scheideweg


" Der alte Herkules a.k.a. Henryk Modest sitzt, auf seine Antisemitismuskeule gestützt, mitten im Bild. Zwar neigt sich sein Haupt dem Laster zu, der blonden Frau, die sich vor dem alten Mann entblößt und ihm ein bequemes Leben mit Schinken, Talkshows, Pornogrannies und Schlagober verspricht - die Tugend aber steht zur Rechten des Helden, sie ist züchtig bekleidet und weist auf den steilen Pfad, der Henryk Modest ewigen Ruhm einbringen wird"  (Quelle)

Als Henryk Modest seine Kippa in den Ring warf, tat er uns kund:
"Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, mich um das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland zu bewerben." (Fettdruck durch mich)

Wie es Sitte bei der Achse des Guten ist, wurden Pro und Contra ausgewogen dargestellt. Es fällt jedoch auf, dass dem Appell Michael Wuligers "Lieber Henryk, lass es sein" doch ein bisschen mehr Platz eingeräumt wurde. Es gab bereits Kommentatoren, die darin eine bequeme und schäbige Exit-Strategie sahen. Ich gehe davon aus, dass Henryk Modest sich nicht von seinem "reiflich überlegten" Weg abbringen läßt, sondern dass er mit diesem Einwurf eines "wohlwollenden" Zeitgenossen zeigen wollte, welchen fast überwältigenden Versuchungen er widerstehen muss.

Michael Wuliger, ist er Freund oder Feind?, auf jeden Fall ist er ein Versucher, hat die Chutzpah, Henryk Modest zu fragen:


"Lieber Henryk,
Hast Du Dir das wirklich gut überlegt?..."
Hat er? Hier ein Argument, das sich Henryk Modest  mit Sicherheit überlegt hat:
"Seriöse Kleidung ist für Zentralratspräsidenten Pflicht – dunkler Anzug und Krawatte. Das ist nicht nur unbequem, es wird Dir auch nicht stehen. Du hast dafür nicht die Figur. Du wirst aussehen wie Norbert Blüm."

Es ist überhaupt kein Problem, einen guten Fitness-Coach und eine hervorragende Diät-Beraterin zu finden. Wenn das nicht hilft, gibt es hervorragende Herrenschneider, die auch etwas moppeligeren Persönlichkeiten zu einer bella figura verhelfen können. Wenn Angela Merkel überaus positiv in Oslo aufffallen konnte, sollte es Henryk Modest mit etwas Arbeit an sich selbst gelingen, im nächsten Jahr in Bayreuth nicht unangenehm aufzufallen.


Schwerer ins Gewicht fällt Wuligers Schlußplädoyer
"Lieber Henryk, lass es lieber sein. Es gibt Wichtigeres als den Zentralrat. Und Bekömmlicheres. Das Schweinefilet in Sahne-Buttersoße beim Italiener bei mir an der Ecke zum Beispiel. Lass uns dort mal am nächsten jüdischen Fasttag essen gehen."

Tja, ich könnte es verstehen, wenn Henryk Modest, der potentiell stärkste Makkabäer unserer Zeit, nicht den steilen und steinigen Weg zur Unsterblichkeit geht, sondern dieser Versuchung nicht widerstehen kann "I can resist everything except temptation".  - Was wäre jedoch eine Entscheidung wert, wenn sie denn leicht fiele und nicht mit einem schweren Triebverzicht erkauft wäre? Henryk Modest, yes, you can go die Ochsentour durch die deutsch-jüdische Gemeindearbeit! Es wäre doch schade, wenn Henryk M. Broder nicht Präsident würde und mit "Horst" auf gleiche Augenhöhe käme. Anstatt Mails zu schreiben, die im Vorzimmer abgefangen werden, lädt Henryk Horst zur Audienz ein. Noch etwas: Der Schaden wäre nicht abzusehen, er wäre verheerend, wenn der jüdische Alpha-Intellektuelle Henryk M. Broder, gefragt, warum er seine Kippa wieder aus dem Ring nehme, antworten würde, dass das Schweinefilet mit Butter-Sahne-Sauce wichtiger sei als der Zentralrat. Wäre Broder ein Beispiel für geglückte Assimilation?

Sonntag, 25. Oktober 2009

Eine Lanze für Henryk M. Broder

Dass Henryk M. Broders Ankündigung, seine Kippa in den Ring zu werfen, Himmel und Hölle, Freund und Feind in Bewegung setzen würde, dass Hohn und Spott kübelweise über den Kandidaten für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland gegossen würden, war abzusehen. Eindeutig die Grenze der political correctedness und der Rest-Nettikette im Umgang mit politischen Gegnern hat Mathias Bröckers, für Broder seit dem ersten Date ein kongenialer Feind wie Prof. Moriarty für Sherlock Holmes, am 24. Oktober mit der Polemik "Alles Antisemiten außer Mutti" auf Telepolis, dem "deutschsprachigen Mekka [sic!] für Digital Cultural Studies" überschritten.

Ist das nicht unter aller Kanone? Wie kann sich Henryk M. Broder gegen ein On-dit zur Wehr setzen, das angeblich an einem Abend im September 1982 unter vier Augen gefallen sein soll?

"Als ich am Abend bei unserem damaligen Kolumnisten Wolfgang Neuss saß und nach ihm fragte, sagte der: "Broder wollte von mir schon vor Jahren, dass ich die jüdische Gemeinde ein bisschen aufmische, aber ich hab ihm nicht getraut: erst zieht er dir ein paar antijüdische Witze ab, und später haut er dich als Antisemit in die Pfanne.""

Wie allen bekannt, plädiere ich auf diesem Blog dafür, alle Hypothesen sorgfältig, wenn möglich aus mehreren Quellen zu belegen, und fordere meine Kombattanten zur Falsifizierung auf, falls ich möglicherweise falsche oder überzogene Schlussfolgerungen aus den Quellen gezogen habe. Gibt es noch weitere Zeugen dafür, dass der grosse Wolfgang Neuss Henryk M. Broder, der Neuss in sein Pantheon aufgenommen hat, als verschlagenen linken Hund ansah?

Kaum weniger unter die Gürtellinie schlägt Bröckers, wenn er Broder als "Gesegnet mit dem Sex-Appeal eines alten Wischmobs ..." lächerlich zu machen versucht. Henryk M. Broder ist der deutsch-jüdische Salman Rushdie. Zwar ist er noch nie mit langbeinigen Supermodels mit scharfem Verstand gesichtet worden, dafür hat er das, was Frauen lieben, er stellt Freuds Frage "Was wollen und machen die Ladies?" immer wieder aufs Neue, nicht nur wenn er bei den Gents ist. Broder hat unsan passender Stelle berichtet (dort finden Sie den Link), dass die Pornogrannies "auch alles für die Befriedigung geben" und ist ein begnadeter Huldiger an schöne, üppige weibliche Formen. Sympathisch ist auch, dass er darunter leidet und sich nicht damit abfinden will, von Frau Hecht-Galinski und Berliner Landrichtern, die´s nur im Dunkeln und still und heimlich treiben, als "Pornoverfasser" anerkannt zu werden, nur weil er sich schon seit Menschengedenken mehr für die primäre Begegnung zwischen Mann und Frau interessiert habe als zum Beispiel für Sport und Völkerball.

Also das ist Pfui!! Spargeltarzan Mathias Bröckers!

Samstag, 24. Oktober 2009

Hat Dr. Mathias Döpfner Axel Springers Unternehmensgrundsätze präzisiert?

Axel Caesar Springer hat  5 Unternehmensgrundsätze formuliert, die wie die Anbindung der Bundesrepublik an den freien Westen durch Konrad Adenauer  zu den Meilensteinen der demokratischen Entwicklung Deutschlands zählen und totalitärem Denken Widerstand entgegensetzt haben. Der zweite Unternehmensgrundsatz lautet:

"Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes."

Der Achse des Guten gebührt das Verdienst, uns auf ein wegweisendes Interview des Nachfolgers Axel Caesar Springers, Dr. Mathias Döpfners,  in der Jerusalem Post aufmerksam gemacht zu haben. Dort sagt er nach Darstellung der Jerusalem Post

"Israel and Europe should have an understanding of absolutely common interests in the defense of democracy and the values of the free Western world.... " (Fettdruck durch mich)

Ich kann leider nicht auf das "exclusive, wide-ranging interview" mit der JP Anfang Oktober zurückgreifen, sondern muss mich mit dem Bericht v. 19. Oktober begnügen. Nicht ausgeschlossen, dass der Verfasser Benjamin Weinthal, ein buddy Henryk M.Broders, eine komplexere Aussage Dr. Döpfners auf Vordermann brachte. Gesetzt jedoch, dass Mathias Döpfner dies so wie es hier steht geäußert hat:   Passt da noch ein Blatt Papier zwischen die Interessen Europas und Israels? Möglicherweise verstehe ich den CEO der Axel Springer Media AG nicht ganz richtig. Meint er mit "absolutely common" total, völlig, unbedingt, vollkommen, hundertprozentig übereinstimmend oder etwas anderes? Als skeptischer, aber unbeirrbarer Befürworter der Demokratie (mit Anfällen von Zucht- und Ordnungsphantasien) war ich immer der Ansicht, dass Demokratie die schlechteste aller denkbaren Regierungsformen mit Ausnahme aller anderen ist. Interessen von Koalitionären, Bündnispartnern können nie deckungsgleich sein, müssen immer wieder ausgehandelt und überprüft werden. Was will uns Dr. Döpfner sagen? Dass deutsche und europäische Politik ohne Wenn und Aber hinter israelischer Politik zu stehen habe? Muss Bündnispolitik so formuliert werden, dass Assoziationen wie "... die Reihen fest geschlossen" geweckt werden? Ich möchte zu bedenken geben: wäre das Projekt dieser Interessengemeinschaft nicht attraktiver und kreativer, wenn es sich zwar auch, aber nicht nur um defense, sondern auch um the further development of democracy and the values of the free world  handeln würde? Könnte man da nicht wenigstens in einer Fußnote über eine Aporetik einer Demokratie als Besatzungsregime und über die Voraussetzungen einer gelingenden Bündnispolitik meditieren?

Oder handelt es sich bei Dr. Döpfners Ausführung lediglich um journalistischen Begleitschutz für die von der Bundesregierung zu finanzierende Lieferung von weapons of democracy, hier Tarnkappenkorvetten, an die israelische Marine?

Freitag, 23. Oktober 2009

Henryk M. Broder goes science


Von einem Präsidenten in spe des Zentralrats der Juden in Deutschland ist es gut zu wissen, nicht wie er zur Religion, einem eher bedenklichen Ast in der menschlichen Evolutionsgeschichte, sondern wie er zur "Wissenschaft" steht. Broder redet Tacheles. Es tut uns allen gut und entlastet uns von unnützen Studien, wenn "Wissenschaft" bzw. ihre Priester entzaubert werden.

Broder berichtet auf SPON von den "Berliner Wirtschaftsgesprächen", zu denen er nie gegangen wäre, wenn nicht der leidlich bekannte Sarazzin aufgetreten wäre, leider "ungewohnt zahm". Das gibt Henryk M. Broder jedoch die Gelegenheit, allgemein verbindliche Erkenntnisse über die sog. "Wirtschaftswissenschaften" vorzustellen (en passent: dieser gewohnt zahme Beitrag von Henryk M. Broder auf SPON gibt die Gelegenheit, nochmals alle gewohnt taffen Statements Sarazzins Revue passieren zu lassen):

"Am Ende der anderthalbstündigen Debatte war vor allem eines futsch: der Glaube, Experten würden mehr von Wirtschaft verstehen als das gemeine Volk...Die Fachleute dagegen hängen ratlos unter der Kuppel und überlegen...Sie haben zur Wirtschaft dasselbe Verhältnis wie Meteorologen zum Wetter. Ihre “Vorhersagen” erklären das Gestern."

Bartel weiss, wo man den Most holt. In dem epochalen Werk "Kritik der reinen Toleranz" zieht Henryk M. Broder die Konjektur

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Broder und das Potential der Inder

Bei einem radikal monothematischen Blog wie Von den einzigwahren Freunden Israels ist es natürlich oberstes Gebot, nicht jedes Hüsteln zu registrieren und jeden Furz zum Hurrican zu deklarieren (auch wenn der der berüchtigte Schmetterling sein mag). So z.B. auch die sog. "Einladung" durch den Maharadscha nach Jodhpur, in der Tat eine recht anstrengende 5tätige Promoreise, die Henryk M. Broder von dem "Pfälzer Buben" und Event-Veranstalter  Matthias Hoffmann bezahlt bekam. Für diesen hat sich die Investition in Broder gelohnt, der return on invest war ein üppiger redaktioneller Beitrag in SPON auf der Themenseite: Broders Reisen (dort sieht man ihn auch schlemmen) "Indien für die Zirkusmanege" mit einer gestochen scharfen Bildreportage, wie wir sie von Volksreportern und 50plus Globetrottern kennen und lieben. Wir werden hier nicht überrascht, nicht schockiert, freuen uns daran, dass DuMonts Devise "Man sieht nur, was man weiss" nach wie vor gültig ist.

Also, unser Mann Broder war without any doubt tatsächlich in Indien. Wer seine Backstage Berichterstattung auf der Achse des Guten unter dem Titel "Am Ende des Ganges" mit angemessener Aufmerksamkeit verfolgte, hätte fragen können, ist der jetzt in Indien oder nur am Ende des Ganges? Die Frage ist weniger relevant, als sie scheint, insofern der Unterschied in der Wahrnehmung und Erkenntnis bei Broder hier oder dort nur minimal ist.

Für unsere Ausdauer werden wir in Folge 8 der Serie reichlich entlohnt. In Göttingen im "Maharadscha" offenbart uns Broder das Rettende (aus dem Munde des Präsidenten des Zentralrats der Juden in spe muss das berichtet werden!)

"Überhaupt sollte wir uns, was Indien angeht, noch auf einiges gefasst machen. Die Inder haben das Potential Europa [dessen Bewohner, wie wir an anderer Stelle von Broder gehört haben, zu faul zum Ficken sind] zu übernehmen bzw. vor der Übernahme durch die Söhne Mohammeds zu retten. Es wäre das Beste, was den Europäern passieren könnte..."

Noch haben wir diese Erleuchtung nicht richtig verdaut und schon werden wir von Henryk M. Broder zu einem Highlight der vergleichenden Völkerkunde auf die Toilette geschickt:

"Dort finden Sie ein Wandgemälde, das einen Mann und einen Frau bei der primären [sic!] Begegnung zeigt...Für die Berliner Landrichter, die es - wenn überhaupt - im Dunkeln, stumm und mit geschlossenen Augen treiben, wäre das schon Pornografie, für die Inder ist es die Hohe Kunst der Liebe...Und falls Sie eine weibliche achgut-Leserin in Göttingen sind: BItte gehen Sie auf die Damentoilette im Maharadscha und schreiben Sie uns, was und wer dort auf der Wand zu sehen ist"

Dieser Aufforderung kommen wir gerne nach. Meine Großtante, mit der ich Göttingen das "Maharadscha" besuchte, brachte mir von der Damentoilette folgendes Anschauungsmaterial mit:

 

Lesefrucht: Albert Caraco, Brevier des Chaos

" Keine Geistlichkeit wird über die Biologie und Ökologie obsiegen, alle Geistlichen sind überholt, es gibt keinen Unterschied zwischen Zauberern und Priestern, wir sind gleichermaßen verachtenswert dafür, den Rat der einen einzuholen wie den anderen Achtung entgegenzubringen. Die Naturgesetze sprechen den Exorzismen wie den Gebeten Hohn und jetzt, wo man lernt, erstere besser zu verstehen, macht man sich strafbar, sie zu verletzen, und das doppelt, wenn es letzteren zuliebe geschieht. Wahrlich, die Weigerung, den Göttern zu opfern und ihre Priester zu ehren, wird niemanden mehr das Leben kosten, aber die Unkenntnis de Ökologie und die Verachtung der Biologie bereiten der gesamten Gattung die tragischste Zukunft. Unsere Religionen sind Seuchen und die Mächte, die sie stützen, Verschwörungen von Giftmischern, unsere Geistigkeit ist nur eine Selbstbefriedigung der Verstandestätigkeit, wir brauchen künftig alle unsere Kräfte, wenn wir die Welt neu überdenken wollen, eine Welt, in der der Mensch der einzige Herr über Leben und Tod ist, der einzige, sage ich, wohlgemerkt, denn das metaphysische Alibi läuft aus, und hinter unserer Ohnmacht können wir uns nicht verstecken."
Albert Caraco, Brevier des Chaos, Matthes & Seitz, München 1986

Le chaim!! Isch kandidiere

Lieber Henryk M. Broder,
Ihr Bewerbungschreiben für das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland im Tagesspiegel

Meine Kippa liegt im Ring

hat mir und gewiß auch bei vielen anderen Ihrer Freunde und Feinde Schauer von Endorphinen und anderen euphorisierenden Botenstoffen, auf gut Deutsch, Begeisterung durch die Adern gejagt

"Ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen ...In zwei Jahren werde ich 65, ich habe immer das getan, was ich tun wollte. Jetzt ist die Zeit gekommen, das zu tun, was ich tun sollte."

Gottseidank, kein Ironietag oder "Vorsicht, Satire!", mit sochen Worten müssen Sie es nur mindestend so ernst meinen wie weiland der Führer, als er beschloss, Politiker zu werden. Das ist Berufung!
Besonders begeistert und von Ihren Leaderhip-Qualitäten überzeugt hat mich Ihr profundes Geschichtsbild und ihre Perspektive sub specie aeternitatis:

"Der Zentralrat versteht sich als eine Art Frühwarnsystem gegen politischen Extremismus und andere aufziehende Gefahren. Das war die Rolle, die den kapitolinischen Gänsen im alten Rom zukam. Dennoch haben sie den Untergang Roms nicht verhindern können."

Die kapitolinischen Gänse haben Rom 387 v.Chr. vor den Galliern gerettet, der weströmische  Teil des Imperium Romanum ging endgültig in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung zugrunde. Mich überzeugt eine Haltung, in der 800 bis 900 Jahre letztlich ein Nichts vor dem Ende sind.

Noch mehr begeistert hat mich die allgemeine Menschenliebe Broders, sein Universalismus

Montag, 19. Oktober 2009

Broder, Politically Incorrect, Rabbi Meir Kahane
Archiv 2.7.2008

Henryk M. Broder, Politically Incorrect und die Rabbi Meir Kahane Connection
Getrennt Marschieren - Vereint Schlagen. Alliance oder Mesalliance?

Stefan Niggemeier am 14.5.2008 "Terrowerbung auf Politically Incorrect" sowie nachfolgend SPON am 30.5.2008 "Allianz der Islamophoben" haben darauf aufmerksam gemacht, dass die „wahrlich unseriösen Islamophoben“ (Alan Posener) von Politically Incorrect auf die website der „Jewish Task Force“ (JTC) verlinken, die den Lehren des Rabbi Meir Kahane verpflichtet ist.

Kahane ist der Gründer der Jewish Defense League und der Kach. „In 1986, Kach was declared a racist party by the Israeli government and banned from the Knesset, and, in 1994, following the Cave of the Patriarchs massacre by Baruch Goldstein the movement was outlawed completely”




Von Abbas und dem "Hitler von Teheran" führt ein Link auf die Seite der Jewish Task Force - Jews against Obama (siehe auch Post: Die einzigwahren Freunde Israels und Barak Hussein Obama)





Der zweite von links ist Rabbi Meir Kahane, der dritte Chaim Ben Pesach, der Betreiber der Seite. Verschwörungstheoretiker bitte ich, das Logo der JTF nicht als reales USRAEL zu interpretieren. Dies ist eher ein Zeichen dafür, dass es jüdische Sektierer gibt, die diese Machtphantasie hegen. Die politischen Ziele sind

Alan Posener empfiehlt sich für die Achse des Guten
Archiv 6.6.2008

Im Mai 2008 veröffentlichte Internationale Politik, Deutschland führende außenpolitische Zeitschrift, eine Debatte zwischen Lorenz Jäger (FAZ) und Alan Posener (WELT)

Verschwörungstheoretiker! Antisemiten! 

Lorenz Jäger hatte in seinem Beitrag "Der militärisch-ideologische Komplex" u.a. ausgeführt

"So, wie in den Vereinigten Staaten jüdische Neokonservative und protestantisch-evangelikale Armageddon-Gläubige in der Lobby ein prekäres Bündnis eingegangen sind, so ist in Deutschland der Bogen weit gespannt: von der links-extremen Jungle World, der Zeitschrift Konkret und der „antideutschen“ Linken bis zu den seriösen Atlantikern in den Zeitungen des Axel-Springer-Verlags. Publizistisch kommen noch die Blogger der „Achse des Guten“ dazu, schließlich, am unteren Ende des Diskussionsniveaus, die Internetseite „Politically Incorrect“, die sich nach eigenen Angaben als „proamerikanisch“ und „proisraelisch“ versteht. ...
Dass man sich selbst dabei als „politisch unkorrekt“ bezeichnet, ist ein geschickter Etikettenschwindel. Er wird nicht dadurch besser, dass auch ein angesehener Journalist wie Josef Joffe dabei mittut. „Schöner denken. Wie man politisch unkorrekt ist“ hieß das Buch von Michael Miersch, Henryk M. Broder und Joffe, das die Anliegen dieser Publizistik versammelte, von der Pazifismuskritik über die Spießerschelte bis zur Israel-Sympathie – und das einzig wirklich unkorrekte Wort, das dabei fehlte, war just „Israel-Lobby“. Man reibt sich die Augen: „Unkorrekt“, marginalisiert also, sollen ausgerechnet Positionen sein, die vom Spiegel (Broder) über die Welt (Miersch) bis zur Zeit (Joffe) ihre Foren haben?"

In seiner Replik "Die polit-psychologische Matrix" versuchte Alan Posener Lorenz Jäger nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen, u.a. damit

"Dass er jedoch Broder, Joffe und Miersch bloß deshalb, weil sie ein Buch mit dem Untertitel „Wie man politisch unkorrekt ist“ geschrieben haben, in die Nähe der nun wahrlich unseriösen Islamophoben um „Politically Incorrect“ zu rücken versucht, ist niederträchtig, aber für das Niveau seiner Argumentation bezeichnend." (Fettdruck durch mich)

In einer freundlichen Mail am 8. Mai 2008 wies ich Alan Posener mit einigen Belegen, u.a. einem Pic, das im Internet an vielen Stellen (z.B. hier und hier und hier) zu finden ist, darauf hin, dass dieses "bloß deshalb" in seiner Dekonstruktion nicht ganz stichhaltig sei; das Bild hatte ich kommentiert

"Hier finden Sie auf einem "pro-westlichen Heimatabend" das Schwergewicht vom SPIEGEL ... geradezu Schulter an Schulter mit Herrn Herre von Politically Incorrect. Sie sehen eine entente cordiale...Dass der SPIEGEL Autor ... jetzt die Nähe leugnet, ist doch eher taktisch bedingt."

Alan Posener antwortete in einer ebenso freundlichen Mail am 9. Mai

""Guilt by association" - Mitschuld durch bloße Verbindung. Im Falle Jägers durch bloße Assoziation "politisch unkorrekt" - "Politisch Inkorrekt". In Ihrem Fallle dadurch, dass Broder und Herre vor drei Jahren auf derselben Veranstaltung waren - ist und bleibt eine infame Methode der Diffamierung" (Fettdruck durch mich)

Samstag, 17. Oktober 2009

Lesebefehl: "Walter Schmidt" reloaded auf der Achse des Guten, Vorsicht Satire?

"Walter Schmidt" und Hentryk M. Broder sind ein Traumpaar. Während Broder in der öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages am 16.6.2008 (wir berichteten hier) sich total sicher war, Or HaOlam zu sein, den Abgeordneten  mit seinem Antisemitenhammer einzuleuchten, und ihnen vorab mit traumwandlerischer Sicherheit versicherte, "dass Sie am Ende meines Statements es nicht bereuen werden, mich eingeladen zu haben",  hat "Walter Schmidt" nur ein halbes Jahr später mit einem genialischen Eureka! Prof. Wolfgang Benz, dem Zentrum für Antisemitismusforschung und seinen verfehlten Forschungsansätzen den Garaus gemacht. Beide zusammen werden die Leitfiguren einer "kopernikanischen Wende" in der Antisemitismusforschung sein; die Paradigmen von Benz & al. werden im Orkus der Wissenschaftsgeschichte verschwinden.
Mit dem neuen Beitrag "Walter Schmidts" auf der Achse des Guten: Vorsicht, Satire? haben wir einen neuen wundervollen Beleg, wie zwei Herzen - "Walter Schmidt" und Henryk M. Broder - im Dreivierteltakt schlagen. Henryk M. Broder hatte uns - wir haben darüber berichtet - die Lektüre von Klaus Bittermanns "Unter Zonis - zwanzig Jahre reichen jetzt so langsam wieder mal" ans Herz gelegt. Der springende Punkt für Henryk war dabei, dass hier und nicht weit hinter der Türkei die Brudervölker mit gleichberechtigten Anschlägen aufeinander einschlagen - und er quietschvergnügt, das Weltkind in der Mitten - als Profisachverständiger adabei sein kann. Während man gemäß Broder die gesamte Bagage samt Knüppeln gleichberechtigt in einen Sack stecken kann, macht "Schmidt", ansonsten das grobmotorische alter ego Broders, einen Rollentausch und zeigt uns in einer Apotheose der Dialektik, was Dialektik für unser Verständnis zu leisten vermag:

Leseempfehlung: Avi Efroni, Geerd Wilders und Henryk M. Broder: ein perfektes Paar

Er wird wohl noch einige Zeit frisch bleiben, der Kommentar von Avi Efroni auf Der Berliton - Der Deutsch Israelische Treffpunkt.
Avi Efroni betont zu recht, dass es sich bei dem Paar Wilders & Broder um eine Alliance, nicht um eine Mésalliance handelt. Teiletappen auf dem Wege Henryk M. Broders dahin werde ich in Kürze mit Archivbeiträgen
- Politically Incorrect, Henryk M. Broder und die Meir Kahane Verbindung, sowie
- Alan Posener empfiehlt sich für die Achse des Guten
darstellen.
Ich habe immer dafür plädiert, Broder nicht als pars pro toto, weder für die Juden in Deutschland noch die zionistische Bewegung zu sehen, auch wenn Charlotte Knobloch ihm mal bedingslose Unterstützung versprochen hatte; er selbst hätte am liebsten folgende Definition des Antisemitismus durchgesetzt: Wer gegen Broder argumentiert, kann nur Antisemit oder selbsthassender Jude sein. Denkste. Hier weitere kritische jüdische Stimmen (sind das selbsthassende Juden?)
Anja Lena Müller, Fight-Club: Broder vs. Niggemeier,
Micha Brumlik, Das halbierte Humanum. Wie Ralph Giordano zum Ausländerfeind wurde, in: Thorsten, Gerald Schneiders, Hrsg., Islamfeindlichkeit: Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen
Zitat: "Henryk Broder und Leon de Winter, an die Giordano hier womöglich als 'Kenner' denken mag, sind nämlich genau dies nicht: Kenner! (…) Weder können sie arabisch, noch haben sie Religionswissenschaften oder Theologie studiert – es handelt sich bei ihnen, ebenso wie bei Giordano selbst um meinungsfreudige Journalisten, die indes für nichts anderes bürgen als für ihre eigene Inszenierung."

Freitag, 16. Oktober 2009

Claudio Pinocchio Casula - Manipulationen in Gaza und Hamburch

Gut gemacht, Claudio Pinocchio Casula a.k.a. Spirit of Entebbe, hier hast "Du" wieder mit einem einzigen Schlag mehr als sieben erschlagen, ein ganzes Lügengebäude zum Einsturz gebracht. Schockschwerenot, die Palis malen sogar Esel an, um Kindern Zebras zeigen zu können. "Zesel" - quod ärrat dämonstrandum. Claudio Pinocchio Casula, so etwa der Stabsfeldwebel der einzigwahren Freunde Israels, schreibt - seinen Pennälerwitz hat er sich  zu allem Überfluß auch noch bewahrt - :

"Iaah, Iaah, die Zebras, sie sind da!"
"Pallywood treibt zuweilen seltsame Blüten - von A wie Al Dura bis Z wie Zebra wird manipuliert, was das Zeug hält. Denn wo Terroristen sich effektvoll als Opfer zu präsentieren verstehen, ist es eine der leichtesten Übungen, einen angemalten Esel als Zebra auszustellen."

Was uns Claudio Pinocchio Casula damit sagen will, ist, dass man den Pallis aus Pallywood ebensowenig glauben darf wie den Hollies aus Hollywood (dass so nebenbei auch unsere liebste Traumfabrik denunziert wird, nehme ich persönlich übel).  Was aus "Pallywood" kommt, ist nicht der schöne Schein, sondern ist die infame Lüge. Alle Palis lügen - und das ist kein Paradox.
Der Zoo von Gaza war und ist mit Sicherheit eines der traurigsten Tiergefängnisse der Welt (Elias Canetti "Wann werden alle Tiere schießen lernen?"), für die Kinder im abgeriegelten Gaza-Streifen aber Ort der der Verzauberung durch Tiere (Elias Canetti "Dank dem Vater hatten jene Erfahrungen durch Tiere begonnen, ohne die eine Kindheit es nicht wert ist gelebt zu werden") und vielleicht auch eine tröstliche und entspannende Spiegelung ihrer eigenen Situation. Während des Gaza Krieges fielen auch viele der Tiere dem Krieg zum Opfer. Darüber gibt es unterschiedliche Aussagen, z.B. hier und hier und hier eine Darstellung des Verlaufs von Seiten der Tzahal. Die einen beschreiben mehr oder weniger gezielte Massaker durch die Israelis, die anderen suchen zu beweisen, dass  die Terroristen vor keiner Hinterhältigkeit zurückschrecken und den Zoo und eine Schule mit Sprengfallen verminen.
Claudio Pinocchio Casula kommt  nicht in den Sinn, in der Produktion eines "Zesels" einen wahrhaft kreativen Akt, die Produktion einer schönen Illusion, die Kindern Freude machen kann, zu sehen. "Not macht erfinderisch" Doch für Claudio Pinocchio Casula, der wie immer die besten credits hat, ist alles infam in "Pallyland".
Jetzt ist es aber doch Zeit, zu erkären, warum ich Claudio Casula als Claudio Pinocchio Casula würdige.

Samstag, 10. Oktober 2009

Die einzigwahren Freunde Israels und Barak Hussein Obama

"Spürnase" Bernd Dahlenburg, Magister für Evangelische Gotteskunde, a.k.a. Castollux ist ein großer Seher. Am 5. Oktober sah er die Enstscheidung des Nobelpreiskomitees voraus "USA auf dem Weg zu Verständigung mit dem Iran". Der Friedensnobelpreis wird für Appeasement verliehen. Wir dürfen uns bei Bernd Dahlenburg bedanken, dass er uns diese Karikatur von

Nikahang Kowsar vorgestellt hat. Als Quelle gibt Bernd Dahlenburg Rooz, Iran, 4. Oktober, an. Rooz ist eine exiliranische Online-Publikation, die in Paris verlegt wird. Diese Karikatur, die uns viele Betrachtungen und  Überlegungen erspart bzw. sie treffend zusammenfasst, ist nur in der Farsi Ausgabe von Rooz publiziert, bisher jedoch nicht  auf der English Site. Bernd Dahlenburg  hat tief geschürft.



In welcher Kontinuität sich Barak Hussein Obama befindet, hat Bernd Dahlenburg hier in Wort und Bild beindruckend analysiert (Bildmontage durch Bernd Dahlenburg?).

Wir erinnern uns, Jimmy Carter ist nach Norman Finkelstein, vielleicht mit einer Nasenlänge vor Felicia Langer, Boris Palmer und Wolfgang Benz vom ZfA der grösste Feind Israels seit Delilah. Über Barak Hussein Obama, das trojanische Pferd des Islamofaschismus im Herzen des Freien Westens,  lesen wir:

"Unter Carter war der wütende Antisemit Zbignew Brzinsky Sicherheitsberater und 2008 einer der wichtigsten Stichwortgeber in Obamas Wahlkampftruppe.

Zufall?

Hatte das Komitee bei seiner Entscheidung auch Obamas "ehemalige" Freunde Reverend Dr. Jeremiah A. Wright sowie den Islam-Nazi Louis Farrakhan im Blick? Dachte das Komitee an Obamas Wunsch nach einem „judenreinen“ Westjordanland? I wo!
Wenn ja, dann stört mich diese Auszeichnung nicht besonders, denn dann bestätigt dies endgültig, dass das Komitee so naiv ist wie es handelt und Desmond Tutu, Carter, Arafat und Konsorten keine Eintagsfliegen waren und bleiben.

Noch eine bedeutsame, für Israel höchst gefährliche Variante: Da das Nobelpreiskomitee mit seinen Entscheidungen nicht selten als Souffleur für politische Nachbeben bei der UNO sorgt, wird es dem frisch gebackenen Friedensnobelpreisträger noch schwerer fallen, einen Schlag gegen das iranische Atombombenprogramm zu führen, falls er das denn überhaupt beabsichtigte.

Hier liegt natürlich der Hase im Pfeffer. Für die einzigwahren Freunde Israels gibt es schon seit Jahr und Tag keine andere Option als the case for bombing Iran bzw. pray for bombing Iran (Mai 2007)

Freitag, 9. Oktober 2009

Leseempfehlung: Broders Bücher

"Ossis sind verdruckst, tragen hässliche Klamotten und waren außerdem so blöde, aus dem noblen Ideal des Kommunismus eine Kleinbürgerdiktatur gemacht zu haben. Ein Buch, das solche Erkenntnisse auflistet, leistet sicherlich einen ganz besonders verdienstvollen Beitrag zur deutschen Einheit. 

... Die "Zonis" dürften naturgemäß ganz anderer Meinung sein und ihrerseits den Wessi für den Prototyp des hässlichen Deutschen halten, was ebenso berechtigt wäre.
Also warten wir die nächste Anthologie ab. Auch sie wird ein Beitrag zur deutschen Einheit sein."

Der Reich-Ranitzki für das Schwer-Subtile, Henryk M. Broder, stellt auf SPON die unverzichtbare Anthologie

"Klaus Bittermann (Hg.): "Unter Zonis - Zwanzig Jahre reichen jetzt so langsam wieder mal", Edition Tiamat, 190 Seiten, 15 Euro, vor.

Unnachahmlich verbinden sich in der Broderschen "Kritik" die leise Rüge und der "klammheimliche" Genuß. Henryk M. Broder versteht es wie kein zweiter, seinen Zeigefinger am Allerwertesten zu parfümieren. Wir dürfen sicher sein, dass er auch beim nächsten ebenso berechtigten Anschlag auf die deutsche Einheit zur Stelle sein wird, mit gebotener Ironie dagegen ankämpft und so zum Brückenbauer zwischen Menschenfreunden mit gepflegten Vorurteilen wird.

Dier Kampf um die deutsche Einheit wird noch dauern. Für Broder wird es noch viele Gelegenheiten geben, hier zu intervenieren. Hier ein Beispiel dafür, wie eine Person des öffentlichen Lebens auch nach 50 Jahren im Westen mit dem haut gout (dt. dem pikanten Geschmack) des Ostens punktet und nebenbei im Gegensatz zu der "ästhetischen und intellektuellen Zumutung" eines Peter Sloterdijk wahre Klasse zeigt.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Achgut und der wirkliche Grund des islamischen Antisemitismus
Archiv 15.12.2008, "Walter Schmidt" und Henryk M. Broder

"Was Wolfgang Benz und die sog. “Vorurteilsforscher” vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung hier machen, ist nichts als ein Ausdruck von Ahnungslosigkeit bar jeder Kenntnis der Thora und der Geschichte und hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.
Anstatt sich zu fragen, warum es nicht nur einen “islamisierten”, sondern einen originär muslimischen bzw. islamischen (!) Antisemitismus gibt, der bereits auf das 1. Buch Mose in der Thora, nämlich auf den Streit zwischen Jakob und Esau im Bauch Rebekkas, zurückgeht und wie dieser islamische Antisemitismus sich heutzutage auswirkt, nämlich konkret gesagt in den Vernichtungsdrohungen des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad gegen Israel als Heimstatt des jüdischen Volkes, setzt Benz Antisemitismus und “Islamophobie” unter dem Oberbegriff des Rassismus oder auch der “gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit” (Heitmeyer) gleich" (Fettdruck durch mich, Quelle: Achse des Guten, 13.12.2008)

"Walter Schmidt", an dem wir noch viel Freude, u.a. hat er schönes zum Holocaust II am Strand von Tel Aviv gesagt, haben werden, hat mit diesen Ausführungen die Grundsatzfragen Henryk M. Broders in seinem Chef-Oeuvre "Kritik der reinen Toleranz"  historisch und theologisch nahezu erschöpfend beantwortet:

"Warum werden die Juden gehasst? Warum nicht die Zuckerbäcker, die Linkshänder oder die Radfahrer? ... Diese Fragen sind mit dem üblichen Instrumentarium der Vorurteilsforschung, der Psychologie und der Soziologie nicht zu beantworten. Eher mit Angeboten aus dem Bereich der Theologie." (S. 51f)

Montag, 5. Oktober 2009

Broder zeigt dem Deutschen Bundestag, wo der Antisemitenhammer hängt
Archiv 30.6.2008, Offener Brief

Offener Brief an den Koordinierungsrat deutscher Nichtregierungsorganisationen gegen Antisemitismus

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen bekannt, war Henryk M. Broder als Sachverständiger zur öffentlichen Sitzung des Innenausschusses des Bundestages am 16.6.2008 geladen. Er war sich sicher, „dass Sie am Ende meines Statements es nicht bereuen werden, mich eingeladen zu haben.“ – In der Tat, wir haben es nicht bereut.

Diese Einladung und die Publizierung der Rede Henryk M. Broders in der WELT in voller Länge zeigen, dass Broders Vorstellungen in den oberen Etagen unserer res publica für zumindest diskussionswürdig bis zu agreeable, möglicherweise für umstritten, aber keinesfalls für anstössig gehalten werden.

Ich bitte Sie, Ihre Aufmerksamkeit nochmals auf die recht einfach gestrickte, deswegen für manche verführerische Argumentation Henryk M. Broders zu richten. Diese kann man in wenigen Merksätzen, die Broder locutus ex cathedra als Dogmata formuliert, darstellen:

1. „Wir haben es beim Antisemitismus nicht mit einem Vorurteil, sondern einem Ressentiment zu tun.“
2.  „…ein Ressentiment [zielt auf] dessen Existenz. Der Antisemitismus gehört in die Kategorie der Ressentiments. Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist und was er tut, sondern dass er existiert.“
3. „Antisemitismus und Antizionismus sind zwei Seiten derselben Münze… Denn auch der Antizionismus ist ein Ressentiment, wie der klassische Antisemitismus es war. Der Antizionist hat die gleiche Einstellung zu Israel wie der Antisemit zum Juden. Er stört sich nicht daran, was Israel macht oder unterlässt, sondern daran, dass es Israel gibt… Der moderne Antisemit … bekennt sich ganz unbefangen zum Antizionismus, dankbar für die Möglichkeit, seine Ressentiments in einer politisch korrekten Form auszuleben.
Ad 2) Wenn Henryk M. Broder uns bedeuten wollte, dass diejenigen, die sich mit dem beschäftigen, was der Jude „tut“, nicht unbedingt exterminatorische Judenfeinde sind, wäre das Argument durchaus diskutabel. Broder setzt jedoch als gegeben voraus, dass diejenigen, die sich mit dem Juden und dem „wie er ist und was er tut“ beschäftigen, eigentlich in ihrem Herzen auf dessen Existenz zielen. Falls ich Henryk M. Broder missverstanden habe, bitte ich um einen Hinweis.
Ad 3) Antisemitismus und Antizionismus werden gleichgesetzt. Auch hier will uns Henryk M. Broder nicht sagen, dass diejenigen, die sich daran stören „was Israel macht oder unterlässt“ nicht unbedingt exterminatorische Judenfeinde sind, sondern dass auch diese auf die Existenz Israels zielen, auf die Endlösung der Israel-Frage  „Und deswegen beteiligt er sich so leidenschaftlich an Debatten über eine Lösung der Palästina-Frage, die für Israel eine Endlösung bedeuten könnte.“
Wohlweislich vermeidet es Broder, „Zionismus“ zu definieren und seine Position darzustellen. Wie bekannt, reichen die Definitionen von Jeshajahu Leibowitz´ nüchternem Statement „Ich definiere den Zionismus folgendermaßen: Wir Juden haben genug von der Herrschaft der Goyim über das jüdische Volk…. Das ist das ganze Wesen des Zionismus“ bis zu dem „Zionismus“ des Rabbi Meir Kahane oder des Gush Emunim. Dazwischen gibt es viele Schattierungen. Es gibt stichhaltige Hinweise, dass Henryk M. Broder dem „Zionismus“ des Rabbi Kahane nahesteht. Ich bitte ihn um Präzisierung, ggf. um Korrektur.

Donnerstag, 1. Oktober 2009