Montag, 14. Februar 2011

Claudio Pinocchio Casula, Nochmals: Was macht der Friede im Gelobten Land?

"Die ungeheuerliche Enthüllung (oder unzutreffende Behauptung, je nachdem), der zufolge die Palästinenserführung zu Olmerts Zeiten erwogen haben soll, von ihren nach außen stets unerbittlich demonstrierten Maximalforderungen („heiligen Rechten“) abzurücken, werden wir thematisieren, sobald die Zeit es zulässt, wenn sich der Nebel über der Szenerie einigermaßen gelichtet hat."

so Claudio Casula am 25. Januar auf Spirit of Entebbe.

Nun, es ging um die Palestine Papers, hier die Dokumentation von AlJazeera, hier Kommentare von Spiegelfechter, von der Freitag, Schattenblick und Gil Yaron, Making The Middle East Understandable.

Ich habe hier immer wieder darstellen können, dass - so Claudio Casula - der Friede im Heiligen Land schon längst ausgebrochen wäre, wenn nicht palästinensische Halunken, Blockadekräfte , Jammerlappen, Traumfabrikfabrikanten jede Chance für einen Friedensschluß mit Israel vermasselt hätten, sie hätten schönste und weitreichendste Angebote von Seiten Israels immer abgelehnt. Von daher war die sogenannte "ungeheuerlichen Enthüllung" (bzw. "unzutreffende Behauptung") durch die  Palestine Papers ein Sachverhalt, den ein kerzengerader und bedachtsamer Kopf wie Claudio Casula genau unter die Lupe nehmen mußte; wir haben es genau verstanden, dass er mit einem Kommentar so lange warten wollte, "bis sich der Nebel über der Szenerie einigermaßen gelichtet hat."

Wir freuen uns sehr, dass sich jetzt am 13. Februar der Nebel "einigermaßen gelichtet hat". Claudio Casula, wie immer am Ball, berichtet exklusiv Herr Abbas gibt eine Pressekonferenz. Leseempfehlung! PK nur auf Spirit von Entebbe! Ich werde immer ehrfürchtiger und demütiger angesichts der Gewitztheit  von Claudio Pinocchio Casula.

"Wenn die Palestine Papers echt wären, implizierte [sic!] das nicht, dass Israel Ihnen tatsächlich fast 95 Prozent der Westbank plus Gaza plus Ostjerusalem plus, wenn auch begrenzte, Repatriierung von bis zu 100.000 Palästinensern innerhalb Israels angeboten hat und dass Sie dennoch nicht unterschrieben haben, wohl wissend, dass Ihnen Mr. Netanyahu höchstwahrscheinlich nicht dasselbe anbieten würde wie Mr. Olmert?
Äääääääääääääh…
Was wäre denn ein Abkommen mit Israel wert, so lange die Hamas, deren Ziel die Vernichtung Israels ist, den Gazastreifen beherrscht?
Öööööööööööööh…
Claudio Casula, Spirit of Entebbe:
Mr. Abbas, wie lange noch wollen Sie Ihr Doppelspiel spielen und im Zwischenzustand verharren, nur weil es bequem für Sie ist, keine Verantwortung übernehmen zu müssen? Haben Sie vielleicht mehr Schiss als Fatahlandsliebe?

Ganz und gar nicht. Den Kurs von Muhammad Abd ar-Rahmn Abd ar-Rauf hält weder Ochs noch Esel auf! Vorwärts nimmer, rückwärts immer! Ich liebe… ich liebe doch alle… alle Menschen!
Christoph Schult, DER SPIEGEL:
Herr Präsident, können Sie garantieren, dass Sie im Amt bleiben und dass keine Demonstrationen in Ramallah stattfinden werden? Nicht, dass ich Sie zu spät Diktator, Despot oder Tyrann nenne…

Saeb Erekat:
So, Herrschaften, das reicht. Die PK ist beendet. Herzlichen Dank.

Maskierter Mann mit Hamas-Stirnband, wild gestikulierend: Du bist ein toter Mann, Abu Mazen! Hörst Du? Tot!!"

Man muss schon genau hinhören, dann ist Claudio Pinocchio Casula ein Prachtkerl der Aufklärung. Klar doch, dass nicht die Israelis ein weitreichendes Angebot der Palästinenser abgelehnt haben, sondern, wie immer seit allen Zeiten bis in alle Ewigkeit,  Abu Mazen und die PA (Palestinian Authority) ein weitreichendes Angebot der Israelis unter Olmert (Merke: die Palis rücken nie und nimmer von ihren Maximalfordrungen ab). Aber es kommt noch konsistenter, und hier liegt das eigentliche Genie Claudio Pinocchio Casulas, der den Finger auf die Wunde legt: Abu Mazen  ist zwar Despot, Tyrann, Diktator, kann jedoch nicht garantieren, dass er im Amt bleibt und dass keine Demonstationen in Ramallah stattfinden.  Abu Mazen ist ein toter Mann.

Da das so ist, wären die Israelis von allen guten Geistern verlassen, wenn sie mit Abu Mazen und der PA ernsthaft "Friedensverhandlungen" führen würden. Der Punkt ist: Abu Mazen und die PA sind für Israel keine legitime und ernstzunehmende Verhandlungspartner für einen "Friedensprozess", Abu Mazen und die PA sind für Israel nicht mehr und nicht weniger als "Sicherheitspartner"; weniger wohlmeinende Zungen würden von Kollaborateuren oder Quislingen sprechen. Gil Yaron schreibt in seinem Artikel Staatsmänner oder Kollaborateure

"Nun geht es an den Kern des Friedensprozesses: Der Sicherheitskooperation zwischen Israel und der PA ... Die Berichte über die ohnehin bekannte Zusammenarbeit mit der Armee sind noch verschmerzbar. Peinlicher ist der Umstand, dass die PA Israel dazu drängte, die Belagerung des Gazastreifens zu intensivieren, um den politischen Druck auf die Hamas zu erhöhen. "Es scheint ihr wichtiger gewesen zu sein, gegen den politischen Rivalen anzugehen, als die Besatzung zu bekämpfen", kommentierte Al Jazeera."


Sagen wir mal, mit mehr Verachtung als Sie kann man einen "Staatsmann" und "Sicherheitspartner" nicht bestrafen, nicht wahr Claudio Casula? Abu Mazen ist doch ein nützlicher Idiot, auf den Sie immer mit dem einen oder anderen Finger zeigen, wenn es mit dem Frieden nicht so ganz klappt?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

sie vergassen wieder einmal die doktorin der humangenetik, namens gudrun eussner, zu erwähnen. sie hat ein wahres feuerwerk von hasbara-links auf ihrer website gezündet.

wieder einmal: wann wird endlich einmal die 'generallinie' der bewegung verkündet !!! im moment kaspert ja wirklich jeder der freunde vor sich hin. völlig orientierungslos ...

sollte man sich nicht jetzt schon (wenigstens "schriftstellerisch" auf eine revolution in saudi-arabien vorbereiten ? es täte doch gut, den einen oder anderen text schon in der schublade zu haben, den man fluchs im internet zünden kann !!!!!?

mondoprinte hat gesagt…

Schöner Text wiedermal. Abu Mazen hat noch stärker verinnerlicht, was an Arafat einst als Auftrag ausgegeben wurde: Für Israel die indigene Kolonialpolizei zu spielen. Wie hat es der frühere israelische Verteidigungsminister Moshe Arens unlängst in der FR formuliert: "Israel vor terroristischen Anschlägen zu schützen", soll meinen: den reibungslosen Fortgang des israelischen Siedlungsprojekts in der Westbank zu gewährleisten.